Wundverschluss ohne Naht und Klammer Im Nano-Argovia-Projekt Na-LTS entwickeln Forschende ein Ge- webepflaster, das im Mund eingesetzt werden kann, um einen schnellen Wundverschluss mittels Laser zu unterstützen und damit eine unkomplizierte Heilung zu gewährleisten. Das interdisziplinäre Team um Dr. Franziska Koch (Thommen Medical AG) fokussiert sich dabei auf die Produktion eines bio- logisch abbaubaren Polymerpflasters. Es wird mit einem Pro- tein-Klebstoff und winzigen, wärmeerzeugenden Gold-Nano- stäbchen ausgestattet und im Mund mithilfe eines Diodenlasers gezielt erwärmt. Durch die kontrollierte Erwärmung verbindet sich das Pflaster fest mit dem Gewebe, ohne dieses zu schädigen. Im ersten Projektjahr haben die Forschenden ein flexibles und gewebeverträgliches Polymermaterial entwickelt, das dank seiner porösen Struktur gut haftet. Zudem integrierten sie Gold- Nanostäbchen und einen bereits medizinisch zugelassenen Farbstoff – die zusammen nach der Laseranregung Wärme ab- geben. Erste Tests an Schweinegewebe zeigten, dass sich das Pflaster bei moderaten Temperaturen zuverlässig mit dem Ge- webe verbinden lässt. Die nächsten Schritte zielen darauf ab, das System auch in Hinsicht auf die Robustheit im Klinikalltag zu optimieren. Kooperation von: Hochschule für Life Sciences FHNW // Hochschule für Technik und Umwelt FHNW // Thommen Medical AG (Grenchen) Projektbeschreibung: https://bit.ly/3ZlV3FU «Für ein KMU sind die nötigen Kompetenzen für ein Projekt wie Na LTS kaum allein abzu decken. Das Nano Argovia Pro gramm bringt relevante Expert:innen zusammen, schafft Synergien und ermög licht gemeinsames Lernen und Weiterentwickeln der Idee.» Dr. Franziska Koch, Thommen Medical AG In regelmässigen Abständen trifft sich das inter- disziplinäre Team des Nano-Argovia-Projekts Na-LTS, um die Fortschritte bei der Entwicklung eines biologisch abbaubaren Polymerpflasters zu diskutieren. 40 SNIJahresbericht 2025
Jahresbericht 2025: Swiss Nanoscience Institute Page 39 Page 41