Zum Schutz von Enzymen Forschende aus dem SNI-Netzwerk haben Methoden untersucht, um mithilfe einer massgeschneiderten Nanoumgebung Enzyme zu stabilisieren, ohne ihre Struktur und Funktion zu beeinträch- tigen. Dazu haben sie ringförmige Zuckermoleküle (Cyclodex- trine) verwendet, welche die dreidimensionale Struktur der Proteine durch supramolekulare Wechselwirkungen mit ihrer Oberfläche stabilisieren. Die schützende Wirkung kann noch verstärkt werden, wenn die Cyclodextrine in eine Organosilika- Schicht integriert werden. Enzyme, die auf diese Art und Weise immobilisiert wurden, zeigten eine verbesserte Hitzestabilität und Erholung nach Schädigung durch verschiedene Stressfak- toren. Originalpublikation: https://doi.org/10.1002/cbic.202400840 Mithilfe der Nanoumgebung lassen sich Enzyme immobilisieren und schüt- zen. (Bild: FHNW) Hybrides Transportsystem für genetisches Material Lipid-Nanopartikel sind wichtige Transportmittel für geneti- sches Material (Nukleinsäuren) und wurden unter anderem durch COVID-19-Impfstoffe bekannt. Ihre Effizienz ist jedoch begrenzt, da nur ein kleiner Teil der transportierten Nuklein- säuren in die Zellen gelangt. Um dies zu verbessern, kombinier- ten Forschende aus dem SNI-Netzwerk Lipid-Nanopartikel mit Zellvesikeln, die aus natürlichen Zellen stammten. Die produ- zierten Hybride zeigten i n vitro und in vivo eine deutlich er- höhte Rate der Genexpression. Durch die Einbeziehung von aus Zellen gewonnenen Vesikeln könnte der Entwicklungsprozess rationalisiert und die Wirksamkeit und Potenz von Genträger- systemen ohne umfangreiches Screening deutlich verbessert werden. Originalpublikation: https://doi.org/10.1002/adhm.202401888 Mithilfe der Fluoreszenzmikroskopie überprüfen die Forschenden die Ex- pression der Gene, die mithilfe des hybriden Transportsystems in die Zellen eingeschleust wurden. (Bild: C. Alter, Departement Pharmazeutische Wissen- schaften, Universität Basel) Breite von künstlichen Poren entscheidend Forschende aus dem SNI-Netzwerk haben gezeigt, dass die Breite von Kernporenkomplexen beim Transport in und aus dem Zell- kern entscheidend ist und dass nukleare Transportrezeptoren eine aktive Rolle bei der Transportregulation spielen. Nucleoporine in Kernporenkomplexen bilden eine selektive Barriere, welche die Diffusion grosser Moleküle unterdrückt, aber den schnellen Transport von Molekülen ermöglicht, die an nukleare Transportrezeptoren gebunden sind. Die Forschen- den haben nun künstliche Poren aus DNA mit unterschiedlichen Durchmessern und Nucleoporin-Anordnungen gebaut. Anhand von Viruspartikeln stellten die Forschenden fest, dass be- stimmte Nucleoporine in engen Poren (60 nm) eine undurch- lässige Barriere für die Viruspartikel bildeten, während sie in grösseren Poren (79 nm) weniger wirksam war. Originalpublikation: https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv. adq8773 28 SNIJahresbericht 2024
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