Ein Toxin mit überraschender Eigenschaft Forschende aus dem SNI-Netzwerk haben eine neue Methode entwickelt, um bei neutralem pH-Wert Lipidvesikel zu fusionie- ren. Durch die Verwendung eines Teils des Diphterie-Toxins er- reichen sie, dass die Membranen der Vesikel ohne Vorbehandlung oder raue Bedingungen verschmelzen. Die Arbeit, die in «Com- munications Chemistry» publiziert wurde, legt einen Grundstein für zahlreiche Anwendungen wie Lab-on-a-Chip-Technologien, Biosensoren oder künstliche Zellprototypen. Medienmitteilung mit Video: https://bit.ly/4t7uLF0 Originalpublikation: https://www.nature.com/articles/s42004 025 01738 1 Der SNI-Doktorand Piotr Ja ś ko erzählt im Interview, wie er einen Teil des Diphtherietoxins nutzt, um Vesikel auf kontrollierte und schonende Weise zu verschmelzen. Auf Origami basierendes künstliches Herzgewebe Forschende aus dem SNI-Netzwerk haben eine neue Methode entwickelt, um künstliches Herzgewebe herzustellen. In Form eines Pflasters könnte das mehrschichtige Gewebe beispiels- weise bei einem Herzinfarkt den Heilungsprozess des abgestor- benen Gewebes unterstützen. SNI Post: https://bit.ly/49MNGNP Originalpublikation: https://pubs.acs.org/doi/10.1021/ acsbiomaterials.4c01594 Forschende haben ein mehrschichtiges, funktionelles künstliches Herzgewe- be gezüchtet. Sie haben dazu ein Papiergerüst aus Cellulose mit einer Mikro- und Makrostruktur versehen. Anhand der Mikrostruktur richteten sich die Herzmuskelzellen aus (rechte Seite Hintergrund). Durch die Makrostruktur kam es zu einer Faltung des Gewebes (Herzmodell in der Mitte). Insgesamt konnten die Forschenden die Kontraktionsfähigkeit des Gewebes erheblich verbessern. (Bild: FHNW und Universität Basel, CC BY-NC-ND 4.0) Beschädigt, aber nicht besiegt: Bakterien wehren sich mit Nano Harpunen gegen Angriffe Einige Bakterien verwenden winzige Harpunen, um sich gegen Angriffe von Rivalen zu wehren. Forschende der Universität Basel haben Bakterien mit einer «Mini-Nadel» gestochen und so einen Angriff simuliert. Auf diese Weise konnten sie zeigen, dass die Bakterien ihre Nano-Waffe erst dann zusammenbauen und abfeuern, wenn ihre Zellhülle bei einem Angriff beschädigt wird. Medienmitteilung mit Video: https://bit.ly/4t7AZVo Originalpublikation: https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adr1713 Der SNI-Doktorand Mitchell Brüderlin hat mit der Spitze eines Rasterkraftmi- kroskops den Angriff auf Bakterien simuliert und die Reaktion darauf in Echt- zeit beobachtet. 25 SNIJahresbericht 2025
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