Durch ein künstliches Metalloenzym (orangebraune Struktur), das auf der Oberfläche von Lipidmembranen verankert ist, lässt sich die laterale Phasen- trennung in Membranen gezielt steuern (dargestellt durch hellblaue und pinkfarbene Bereiche). Die gezielte genetische Optimierung des Enzyms kann zur Bildung grösserer Membrandomänen führen, die aufgrund der un- terschiedlichen Krümmung der Membranen zur Zellknospung führen kann. (Abbildung: R. Hamaguchi, Institute of Science, Tokyo) Gesteuerte Phasentrennung in Membranen Zellmembranen bestehen aus einer Mischung verschiedener Lipide und Proteine. Diese sind nicht immer gleichmässig ver- teilt. Unter bestimmten Bedingungen lagern sich ähnliche Li- pide und Proteine seitlich (lateral) in der Membran zu kleinen Bereichen zusammen. Durch diese Phasentrennung entstehen innerhalb der Membran funktionelle Zonen, die für zahlreiche biologische Prozesse wie Signalübertragung oder Transport eine wichtige Funktion erfüllen. Ein Team von Forschenden aus dem SNI-Netzwerk hat erst- mals gezeigt, dass sich solch eine laterale Phasentrennung in Membranen gezielt durch eine chemische Reaktion steuern lässt. Möglich wird dies durch den Einsatz eines künstlichen Metalloenzyms, das auf der Oberfläche der Lipidmembran ver- ankert wurde. SNI Post: https://bit.ly/4aksEWS Originalpublikation: https://pubs.acs.org/doi/10.1021/jacs.5c10187 Neue spektroskopische Methoden für den quantitativen Nachweis von funktionellen Gruppen auf der Oberfläche von Nanopartikeln Die Kombination von Nanopartikeln mit biologisch aktiven Mo- lekülen wie Antikörpern bietet vielversprechende Anwendungen für die Diagnose und Behandlung verschiedener Krankheiten. Um diese sogenannten biokonjugierten Nanopartikel präzise zu gestalten, ist es wichtig, vor der Biokonjugationsreaktion quan- titative Informationen über die Anzahl der funktionellen Grup- pen auf der Nanopartikeloberfläche zu erhalten. Forschende aus dem SNI-Netzwerk haben zwei neue Spektroskopie-Methoden entwickelt, mit denen sich funktionelle Gruppen auf der Ober- fläche von Metalloxid-Nanopartikeln quantifizieren lassen. SNI Post: https://bit.ly/49Yf8Ha Originalpublikation: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/sstr.202500083 Elektronenmikroskopische Aufnahme von Nanopartikeln (Bild: Departement Chemie und Nano Imaging Lab, SNI, Universität Basel) Winzige Dinge mit Schall verändern Forschende aus dem SNI-Netzwerk haben veröffentlicht, wie sie akustische Pinzetten – Geräte, die winzige Objekte mit Hilfe von Schallwellen ohne festen Kontakt manipulieren – auf effi- zientere und nachhaltigere Weise einsetzen können. Statt eines einzigen Chips verwendeten die Forschenden eine Kombination aus einem wiederverwendbaren Schallchip mit einem mikro- fluidischen Einwegchip. Dadurch konnten sie die Experimente kostengünstiger und mit einer geringeren Häufigkeit von Kon- taminationen zwischen den Experimenten durchführen. SNI Post: https://bit.ly/4k9xMAv Originalpublikation: https://ieeexplore.ieee.org/document/11045819 Mithilfe von Sound lassen sich biologische Zellen einfangen und untersu- chen. Unter dem Druck der Wellen verformen sie sich vorübergehend. (Bil- der: Massstabsbalken 10 μm, S. Jia, SNI und Paul Scherrer Institut) 28 SNI-Jahresbericht 2025

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