Nano-Argovia-Programm Lösungen gegen Verklumpung Mithilfe des Nano-Argovia-Projekts NanoBioNest wollen Forschende bes- ser verstehen lernen, unter welchen Bedingungen sich biologische Wirk- stoffe wie Antikörper, therapeutische Proteine, RNA oder DNA zu Aggrega- ten aneinander lagern. Das interdiszi- plinäre Team plant ein Modell zu ent- wickeln, mit dem sich die Wirkung von Hilfsstoffen und die Aggregatbildung erklären und vorhersagen lässt. Pharmazeutische Wirkstoffe, die nicht chemisch im Labor «zusammengebaut», sondern mit Hilfe lebender Zellen herge- stellt werden, gehören zu den erfolg- reichsten und umsatzstärksten Thera- pien in der Medizin. Unter diesen soge- nannten Biologika finden sich beispiel- weise Antikörper, therapeutische Prote- ine sowie kurze RNA- und DNA-Ketten. Ein Problem bei ihrer Anwendung ist, dass für eine erfolgreiche Therapie oft hohe Konzentrationen notwendig sind – was in einigen Fällen zur Bildung winzi- ger Klumpen (Nano-Aggregate) führt oder die Viskosität der Flüssigkeit erhöht. Dies schafft Probleme bei der Stabilität der Produkte und erschwert eine Verabrei- chung unter die Haut. Im Rahmen des Nano-Argovia-Projekts NanoBioNest kombiniert nun ein interdis- ziplinäres Team unter Leitung von Dr. Jin- ghui Luo (Paul Scherrer Institut PSI) ver- schiedene experimentelle Methoden (z.B. Kleinwinkel-Röntgenstreuung (SAXS)) mit computergestützten Werkzeugen (z. B. AlphaFold), um die Struktur und das Ag- gregationsverhalten von Biologika in An- wesenheit verschiedener Hilfsstoffe zu untersuchen. Besonders im Fokus stehen dabei Cyclodextrin-Derivate – ringför- mige Moleküle, die als Zusatzstoffe die Aggregation verhindern sollen. Durch die Verbindung von Experi- menten und KI-gestützten Vorhersagen planen die Forschenden im Rahmen des für zwei Jahre angelegten Projekts ein Luo Jinghui und das Team des Nano-Argovia-Pro- jekts NanoBioNest untersuchen, unter welchen Bedingungen biologisch aktive Substanzen wie Antikörper, therapeutische Proteine, RNA oder DNA zu Aggregaten zusammenklumpen oder in ihrem aktiven Zustand verbleiben. (Bild: M. Fischer, PSI) vorhersagbares Modell zu entwickeln, das die Wirkung von Hilfsstoffen und die Bildung von Aggregaten erklärt. Als Mo- dellsubstanzen dienen dabei ein mono- klonaler Antikörper und ein Medikament auf RNA-Basis. «Wir freuen uns, als Industrie- partner einen Beitrag zum Nano-Argovia-Projekt NanoBio- Nest zu leisten. Dieses Projekt soll die strukturelle Charakteri- sierung hochkonzentrierter Biologika vorantreiben und die Identifizierung neuartiger Hilfsstoffe beschleunigen, um letztlich einen greifbaren Mehrwert für die Biopharma- industrie zu schaffen.» Dr. Thibaud Stoll, Excelsus Structural Solutions (Swiss) AG Kooperation von: Paul Scherrer Institut PSI Hochschule für Life Sciences FHNW Excelsus Structural Solutions (Villigen) Weitere Informationen: Nano-Argovia-Programm Paul Scherrer Institut PSI Hochschule für Life Sciences FHNW Excelsus Structural Solutions 14 SNI INSight Juni 2026

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