SNI Insight - Juni 2026

This publication provides insights into research and activities at the Swiss Nanoscience Institute.

In der Nordwestschweiz Fünf neue Nano- Argovia-Projekte gestartet In der Region Oberrhein Symposium über die Zukunft des Weinbaus In der Administration Kurzportraits von Mitgliedern des Managementteams In der Industrie Preis für die beste Masterarbeit SNI INS ight Juni 2026 Einblicke in Forschung und Aktivitäten am Swiss Nanoscience Institute

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3 Editorial 4 Alternativen für die Krebs- Diagnostik erforscht Raphael Pauli bekommt den Masterpreis 7 Abschied von Andreas Engel 10 Nano-Argovia-Programm – Verständnis von elektrischen Antifouling-Systemen und Kalzi- umkarbonat-Mikrostrukturen – Mit dem AFM Lebererkrankun- gen auf der Spur – Lösungen gegen Verklumpung – Neue Methode zur Herstellung von Röntgenbeugungsgittern – Taktgeber für digitale Systeme 18 Zukunft des Weinbaus im Fokus Abschlusstreffen von WiVitis und KliWiReSSE 24 n³: Nano – Now & Next Gastbeitrag vom Timon Flathmann 26 Erfolgreich verteidigt 28 Start des Nationalen Forschungs- schwerpunkts «Precision» 29 Tool of the Month: DriveAFM 30 Who is who? Managementteam mit vielfältiger Expertise 40 Neuigkeiten aus dem SNI-Netzwerk www.nanoscience.ch Follow us on: SNI INSight Zweimal im Jahr informieren wir über Aktivitäten und Resul- tate aus Forschung, Ausbildung, Technologie- und Wissenstrans- fer, Nano Technology Center und Öffentlichkeitsarbeit des Swiss Nanoscience Institutes. Alle vorhergehenden Ausgaben finden Sie auf unserer Webseite unter SNI INSight. 2 SNI INSight Juni 2026

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Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Nano-Interessierte Etliche gute Neuigkeiten und schöne Ver- anstaltungen haben die ersten Monate innerhalb unseres Netzwerks geprägt. So sind fünf neue Nano-Argovia-Projekte gut gestartet, die wir in diesem SNI INSight kurz vorstellen. Auch beim letzten Nano- Tec Apéro im Mai an der Hochschule für Technik und Umwelt konnten wir mehr über diese neuen Projekte in Zusammen- arbeit mit regionalen Industrieunterneh- men erfahren. Drei der Doktorierenden in der SNI- Doktorandenschule haben im vergange- nen halben Jahr erfolgreich ihre Arbeiten verteidigt und wir haben mit Raphael Pauli den Gewinner des Preises für die beste Masterarbeit im letzten Jahr ausge- wählt. Über die Themen, mit denen sich diese Nachwuchsforschenden beschäftigt haben, berichten wir kurz. In den letzten Wochen gab es auch Momente des Innehaltens und des Ab- schieds. So ist unser langjähriges Ehren- mitglied Andreas Engel im April verstor- ben – Anlass genug, um sein Engagement für das SNI und den Studiengang noch einmal zu würdigen. Einen erfolgreichen Abschluss hatte in den letzten Monaten das trinationale Projekt WiVitis, das sich mit nachhalti- gem Weinbau im Zeichen des Klimawan- dels beschäftigt. Das Nano Imaging Lab des SNI hat vor allem mit aufschlussrei- chen elektronenmikroskopischen Bil- dern der Weinbeeren zu dem Projekt bei- getragen und war zudem Gastgeber des gut besuchten Abschlusssymposiums. Elektronenmikroskopische Aufnah- men verschiedener Oberflächen liefern auch in zahlreichen anderen Forschungs- bereichen wertvolle Informationen. Um diese faszinierende Welt der winzigen Strukturen nicht nur zu erforschen, son- dern auch einem breiten Publikum Zu- gang zu verschaffen, arbeitet das SNI-Out- reach- und Kommunikationsteam bereits seit einigen Jahren erfolgreich mit dem Museum Burghalde in Lenzburg zusam- men. Im Mai konnten dort nun nach zwei- jähriger Vorbereitungszeit fünf soge- nannte NanoCubes eingeweiht werden. Integriert in die Dauerausstellung liefern sie einen Einblick in die Welt der mikro- skopisch kleinen Strukturen und eröff- nen damit eine neue Perspektive zu Ob- jekten der Daueraustellung. Wir bedan- ken uns hier ganz herzlich bei Markus Dürrenberger, dem ehemaligen Leiter des Nano Imaging Labs, der mit viel Liebe zum Detail die Konzepte des SNI-Outre- achteams technisch umgesetzt hat. Um derartige Projekte zu realisieren, die Veranstaltungen des SNI zu organisie- ren, die Doktorandenschule und das Stu- dium sowie das ganze SNI zu betreiben, gibt es ein kleines aber feines Team. Sie arbeiten oft im Hintergrund – wir möch- ten sie aber einmal kurz in den Vorder- grund rücken. In diesem SNI INSight stel- len wir daher die ersten Mitglieder des Managementteams vor, die mit ihren ad- ministrativen Aufgaben das SNI effektiv am Laufen halten. Fortsetzung folgt! Nun wünsche ich euch viel Spass beim Lesen und wünsche allen einen wunder- schönen Sommer – bis wir uns beim An- nual Event im September dann hoffent- lich zahlreich treffen. Prof. Dr. Martino Poggio, SNI-Direktor 3 SNI INSight Juni 2026

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Raphael Pauli ist über Internetrecher- chen 2019 zum Studium der Nanowissen- schaften an die Universität Basel gekom- men. Nach seiner Zeit an der Kantons- schule Baden war ihm klar, dass es ein Studiengang im Bereich von Physik, Che- mie und Biologie sein sollte. «Das Nano- studium bot den breitesten Einstieg und erst später eine Spezialisierung – daher habe ich mich dafür entschieden», erin- nert sich Raphael. Während des Studiums war es dann vor allem das grosse Angebot an prakti- schen Aktivitäten, die für ihn ein High- light waren. «Praktika und vor allem die Forschung in den verschiedenen Gruppen im Rahmen der Blockkurse sowie der Pro- jekt- und Masterarbeiten haben mir be- sonders Spass gemacht», sagt er. Ausrichtung auf biotechnologisch- medizinische Themen Durch die Vielfalt des Angebots wurde ihm im Laufe des Bachelorstudiums dann immer klarer, dass es für die Zukunft eher eine biologisch-medizinische Ausrich- tung mit den Medizinischen Nanowissen- schaften als Schwerpunkt im Master sein sollte. Passend dazu wählte er seine Pro- jektarbeiten am Unispital und im Phar- mazentrum aus. Recht früh war ihm zu- dem klar, dass er nach dem Studium gleich eine Anstellung suchen wollte und eine Doktorarbeit für ihn nicht in Frage Alternativen für die Krebs- Diagnostik erforscht Raphael Pauli bekommt den Masterpreis Der Preis für die beste Masterarbeit geht dieses Jahr an Raphael Pauli. Er hat bei BÜHLMANN Laboratories kleine synthetische Proteine untersucht, die in Zukunft bei der Darmkrebs-Diagnostik eine Rolle spielen könnten. Erfolgversprechende synthetische Alternative Bisher werden in solchen Tests Antikör- per aus dem Blut von Kaninchen verwen- det – jedoch ist BÜHLMANN Laboratories an einer synthetischen Alternative inter- essiert und da kommt die Arbeit von Ra- phael ins Spiel. «Eine vielversprechende Option sind künstlich hergestellte, kleine Proteine (Sybodies), die im Labor entworfen und in Zellkulturen produziert werden kön- nen, sodass sie gezielt an bestimmte Mo- leküle binden» erklärt Raphael Pauli. Die bisher getesteten Sybodies zur Hämoglo- bin-Erkennung hatten jedoch das Prob- lem, dass sie sich zu schnell wieder von ihrem Zielmolekül lösten, was sie für zu- verlässige Tests ungeeignet machte. In seiner Masterarbeit verfolgte Ra- phael nun den Ansatz, das System stabiler zu machen, indem mehrere Sybodies zu grösseren Komplexen zusammengefügt werden – ähnlich wie natürliche Antikör- per, die sich auch aus jeweils vier Unter- einheiten zusammensetzen. Der junge Aargauer stellte dazu mit- hilfe von Zellkulturen verschiedene Sy- body-Varianten mit einer unterschiedlich grossen Anzahl von Sybodies her. Anhand von ELISA-Tests testete er gleichzeitig die Expression der Konstrukte und deren Bin- dung an Hämoglobin. Mithilfe der Bio- Layer-Interferometry konnte Raphael kam. Um für die Jobsuche wertvolle Er- fahrung zu bekommen, strebte er daher eine Masterarbeit in der Industrie an. Über Kontakte innerhalb des Nano- Netzwerks kam er in Kontakt mit dem ehemaligen Nano-Absolventen Dr. Mi- chael Gerspach bei BÜHLMANN Labora- tories, der Raphaels Anfrage innerhalb seiner Firma weiterleitete. Masterarbeit rund um Darmkrebs- Diagnostik So stiess Raphael zum Team von Dr. Sara Bantleon, Lead Manager Industrial Engi- neering & Business Excellence bei BÜHL- MANN Laboratories. Im Rahmen der sechsmonatigen Mas- terarbeit beschäftigte sich Raphael mit kleinen synthetischen Proteinen, soge- nannten Sybodies, die in Zukunft eine Rolle bei der Darmkrebsdiagnostik spie- len könnten. «Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten weltweit, die sich nur bei ei- ner frühen Diagnose gut behandeln lässt», erklärt Sara Bantleon, die Raphael betreut hat. «Wir entwickeln daher einen sensitiven immunochemischen Labor- test, der bereits kleinste Mengen an Hä- moglobin – also Blut – in Stuhlproben quantitativ nachweist. Damit weisen wir ein wichtiges Warnsignal für Darmkrebs oder dessen Vorstufen, sogenannte Darm- polypen, nach.» 4 SNI INSight Juni 2026

schluss einer durchweg positiven Zeit bei BÜHLMANN Laboratories. Ihm hat dabei besonders gut gefallen, dass er alle Schritte von der Herstellung der Sybodies bis zu ihrer Untersuchung und Testung selbständig machen konnte – dabei von dem Team in sehr offener Art und Weise unterstützt wurde. Und genau diese praktische Erfahrung mit all den gelernten Methoden haben dazu geführt, dass Raphael recht schnell nach seinem Masterabschluss eine An- stellung als wissenschaftlicher Mitarbei- ter im Botnar Institute of Immune Engi- neering (BIIE) gefunden hat – obwohl es nicht so viele ausgeschriebene Stellen für Berufsanfänger gab, wie er ausführt. «Im Bewerbungsgespräch beim BIIE ging es vor allem um die praktischen Ar- dann noch belegen, dass nicht nur alle untersuchten Komplexe erfolgreich an Hämoglobin binden, sondern einige Va- rianten sogar bis zu 1000mal fester als einzelne Sybodies. Erstaunlicherweise binden dabei die Sybodies besser an das natürliche Hämoglobin als an ein rekom- binantes, im Labor hergestelltes. «Der erste Schritt auf dem Weg zu ei- nem Ersatz von natürlichen Antikörpern ist damit getan, allerdings sind noch zahlreiche weitere Experimente und An- passung notwendig», fasst Raphael seine Arbeit zusammen. Veränderungen nach einer schönen Studienzeit Für Raphael ist der Preis für die beste Masterarbeit noch mal ein schöner Ab- Raphael Pauli hat seine Masterarbeit bei BÜHL- MANN Laboratories absolviert und wurde dabei von Sara Bantleon bestens betreut. 5 SNI INSight Juni 2026

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beiten, mit denen ich bisher Erfahrung gesammelt habe. Da hatte ich Glück, dass ich mich durch meine Arbeit bei BÜHLMANN in der Bio-Layer-Interfero- metry recht gut auskannte», erzählt er im Interview. In seinem jetzigen Job in einer Core Facility am BIIE gefällt Raphael vor al- lem, dass er mit ganz unterschiedlichen Forschungsgruppen zu tun hat und da- durch auch Einblicke in zahlreiche Pro- jekte gewinnt. Positive Erinnerungen ans Studium Auf sein Studium zurückblickend, hat ihm eigentlich alles Spass gemacht und er würde wohl auch noch mal den Studi- engang Nanowissenschaften in Basel wählen. «Ausgezahlt hat sich für mich, dass ich mich bereits zum Ende des Bachelor- studiums informiert habe, was für Qualifi- kationen bei der erfolgreichen Jobsuche wichtig sind», berichtet er. Darauf basie- rend hat er dann sehr zielgerichtet seine Kurse und Projekte gewählt, um so die not- wendige Erfahrung zu sammeln. Inzwischen ist Raphael bereits ein Jahr lang in seinem neuen Job tätig. Auch im privaten Bereich hat sich seit der Studien- zeit einiges geändert – denn mit einem fünf Monate alten Sohn bleibt weniger Zeit für die Hobbies wie Wandern und Snowboar- den – doch für Raphael und seine Frau ist es genau das, was sie sich gewünscht haben. Weitere Informationen: Studium Nanowissenschaften Video-Interview mit Raphael Pauli Die Masterarbeit von Raphael Pauli war sehr viel- fältig. Arbeiten mit Zellkulturen gehörten dazu. 6 SNI INSight Juni 2026

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      Abschied von Andreas Engel Traurig haben wir Abschied von Prof. em. Dr. Andreas Engel genommen, der am 1. April 2026 im Alter von 82 Jahren verstorben ist. Andreas Engel war nicht nur ein herausragender Wis- senschaftler und Pionier der Nano- und Strukturbiologie, sondern auch einer der Gründungsväter des Nanostudi- ums an der Universität Basel vor fast 25 Jahren. Mit sei- nem Engagement und seiner visionären Kraft trug er im damals neu geschaffenen Nationalen Forschungsschwer- punkt Nanowissenschaften (NFS Nano) entscheidend dazu bei, den interdisziplinären Bachelor- und Master- studiengang ins Leben zu rufen, der bis heute junge Ta- lente inspiriert. Was damals ein echtes Novum war – Stu- dierende von Beginn an interdisziplinär in den Natur- wissenschaften auszubilden – wurde dank Andreas Engel bereits 2005 mit den ersten erfolgreichen Abschlüssen in Nanowissenschaften Wirklichkeit. Auch mit der Nachfolgeorganisation des NFS Nano, dem Swiss Nanoscience Institute (SNI), blieb Andreas En- gel eng verbunden. Für sein ausserordentliches Engage- ment für den Studiengang wurde ihm 2016 die Ehren- mitgliedschaft des SNI verliehen. Darüber hinaus berei- cherte er mit seiner erfolgreichen Forschung auf den Gebieten der Rasterkraftmikroskopie und der Kryo-Elek- tronenmikroskopie zahlreiche Projekte. Vor allem aber verlieren wir mit Andreas Engel einen herzlichen, begeisternden und hochgeschätzten Kolle- gen. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, der persönliche Austausch und das interdisziplinäre Den- ken lagen ihm besonders am Herzen – etwas, das viele von uns zuletzt bei der Jubiläumsfeier des Studiums im vergangenen Jahr eindrücklich erleben durften. Wir werden Andreas Engel stets in dankbarer Erin- nerung behalten. Weitere Informationen über die Karriere und Forschung von Andreas Engel: Obituary for Prof. Andreas Engel (1943–2026), Biozentrum Interview mit Prof. Andreas Engel über die Gründung des Nano- studiengangs aus dem Jahr 2014 7 SNI INSight Juni 2026

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      Fünf neue angewandte Forschungs- projekte im Nano-Argovia- Programm Im Jahr 2026 unterstützt das SNI fünf neue ange- wandte Forschungsprojekte in enger Zusammenar- beit mit Industrieunternehmen. Bei drei dieser Pro- jekte stammt der Industriepartner aus dem Kanton Aargau und bei jeweils einem Projekt aus den Kanto- nen Solothurn und Basel-Stadt. Die akademischen Partner kommen von der Hochschule für Life Sciences FHNW in Muttenz, von der Hochschule für Technik und Umwelt FHNW in Windisch, vom Paul Scherrer Institut und der Universität Basel. 9 SNI INSight Juni 2026

      Positive und negative Effekte von Kalk Kalkhaltiges Wasser liefert wertvolle, für den Men- schen essentielle Mineralien wie Magnesium und Kalzium. Kalziumkarbonat-Ablagerungen in Wasser- leitungen für Leitungs- oder Kühlwasser verursachen jedoch Probleme wie verstopfte Leitungen, ver- stärkte Biofilmbildung oder Korrosion. Die Entfer- nung dieser Kalkschichten ist mechanisch aufwän- dig und benötigt Entkalkungsmittel. Präventiv kann das Wasser mit Chemikalien oder Ionenaustau- schern behandelt werden, die allerdings umwelt- schädigend sind und zusätzlich entsorgt werden müssen. Zudem werden so lebenswichtige Kalzium- ionen komplett aus dem Trinkwasser entfernt, die dann ergänzt werden müssen. Elektrische Antifouling-Systeme (EAF) bieten eine nachhaltige Alternative. Sie geben elektrische Impulse an Wasserleitungen, die zu einer Reduktion der Kalkablagerungen führen sollen, ohne dabei die Mineralien aus dem Wasser zu entfernen. Obwohl diese EAF-Systeme bereits verbreitet sind und es ver- mehrt Studien dazu gibt, ist ihr Wirkmechanismus nicht vollständig erforscht. Neue Kalziumkarbonat-Mikrostruktur entdeckt Das interdisziplinäre Team unter Leitung von Dr. Sina Saxer (Hochschule für Life Sciences FHNW) hat in einer Machbarkeitsstudie mit EAF-Geräten des Projektpartners Hydro Service Schweiz AG eine Re- duktion von Kalkablagerungen nachweisen können. Zudem identifizierten die Forschenden eine bisher unbekannte, mandelförmige Mikrostruktur von Kal- ziumkarbonat, die sie μAlmonds nannten. Im gleichnamigen Nano-Argovia-Projekt μAlmond wird das Team nun mithilfe der Röntgenabsorptions- Mikrospektroskopie diese neue Mikrostruktur detail- liert analysieren und in Echtzeit untersuchen, wie diese unter dem Einfluss elektrischer Felder beim Einsatz der EAFs entstehen. Zudem prüfen die For- schenden, wie verschiedene Kalziumkarbonat-For- men (Calcit, Aragonit, μAlmonds) von menschlichen Darmzellen aufgenommen werden können. Sollten μAlmonds eine höhere Bioverfügbarkeit aufweisen, könnten sie auch als Nahrungsergänzungsmittel oder Biomaterialien interessant sein. Das Ziel des für zwei Jahre geplanten Projekts ist es, den Wirkmechanismus von EAF-Systemen aufzuklären und so die Entwicklung massgeschnei- derter Lösungen für Haushalte und Industrie voran- zutreiben. Gleichzeitig könnten die Erkenntnisse über μAlmonds den Weg für innovative Ansätze in der Ernährungswissenschaft und Materialforschung ebnen. Verständnis von elektrischen Antifouling-Systemen und Kalziumkarbonat-Mikro- strukturen Im Nano-Argovia-Projekt μAlmond untersuchen Forschende grundle- gende Fragen zur Kristallbildung von Kalziumkarbonat (CaCO 3 ) in Was- sersystemen. Sie studieren dabei den Wirkungsmechanismus eines elektrischen Antifouling-Systems und analysieren die Bedeutung ver- schiedener Kristallformen für Wasserqualität und Gesundheit. Kooperation von: Hochschule für Life Sciences FHNW Paul Scherrer Institut Hydro Service Schweiz AG (Wohlen) Weitere Informationen: Nano-Argovia- Programm Hochschule für Life Sciences FHNW Paul Scherrer Institut PSI Hydro Service Schweiz AG 10 SNI INSight Juni 2026 Nano-Argovia-Programm

      Die Forschenden im Nano-Argovia-Projekt μAlmond untersu- chen den Einsatz elektrischer Antifouling-Systeme und eine bisher unbekannte, mandelförmige Mikrostruktur von Kalzi- umkarbonat, μAlmonds genannt. «Ein belastbares, wissenschaftlich fundiertes Verständnis darüber, wie die elektrischen Impulse von EAF-Geräten die Kristallstruktur von Kalziumkarbonat gezielt modifizieren und dadurch die Oberflächenhaftung beeinflussen, ist von zentraler Bedeutung für die präzise Weiterentwicklung der EAF-Gerätelinie sowie für die nachhaltige Stärkung des Kundenvertrauens in diese Technologie.» Federico Bussmann, Hydro Services Schweiz AG 11 SNI INSight Juni 2026

      SNI Insight - Juni 2026 - Page 11

      Chronische Lebererkrankungen sind ein globales Gesundheitsproblem. Sie betreffen etwa 1.5 Milliar- den Menschen und sind für etwa 4 % aller jährlichen Todesfälle verantwortlich. Die Krankheit entwickelt sich oft schleichend: Sie kann mit einer Fettleber beginnen und sich über Entzündungen bis hin zu Vernarbungen und schliesslich zu einer Leberzir- rhose verschlimmern. Vielfältige Wechselwirkungen spielen eine Rolle Bisherige Modelle, wie zweidimensionale Zellkultu- ren, können die komplexen Wechselwirkungen zwi- schen den verschiedenen beteiligten Leberzellen nur unzureichend abbilden. Diese Wechselwirkungen sind jedoch entscheidend, um das Fortschreiten der Krankheit zu verstehen und Methoden zur Behand- lung zu entwickeln. Moderne 3D-Zellkulturen könn- ten da bessere Lösung anbieten, da sie die natürliche Leberbiologie nachahmen. Die Forschenden im Nano-Argovia-Projekt Nano- DiLi unter Leitung von Dr. Joachim Köser (Hochschule für Life Sciences FHNW) haben sich nun zum Ziel gesetzt, eine innovative Plattform für die nanome- chanische Analyse von Leber-Mikrogeweben zu ent- wickeln. Dazu kombinieren die Forschenden ein spe- zielles auf Rasterkraftmikroskopie basierendes Mess- gerät mit einem im Projekt neu entwickelten Proben- halter, der eine zerstörungsfreie und sequenzielle Untersuchung mehrerer Mikrogewebe ermöglicht. Vergleich mit bekannten Biomarkern Im Rahmen des Projekts vergleichen die Forschen- den die nanomechanischen Messungen von gesun- dem und krankem Lebergewebe mit klassischen biochemischen Markern. Zudem stellen sie ge- mischte Zell-Mikrogewebe her, um die Krankheits- entwicklung genau zu studieren und bekannte Wirk- stoffe gegen Fibrose und Fettleber zu testen. Durch die Bereitstellung von benutzerfreundli- cher Hardware und robusten Protokollen soll die nanomechanische Analyse für Forschungslabore und industrielle Untersuchungen zugänglich gemacht werden. Langfristig könnte das Projekt dazu beitra- gen, Tierversuche in der Leberforschung zu reduzie- ren und neue Anwendungen in der Tumorbiologie und im Gewebeengineering zu fördern. Mit dem AFM Leber- erkrankungen auf der Spur Im Nano-Argovia-Projekt NanoDiLi entwickelt ein interdisziplinäres Team eine innovative auf Rasterkraftmikroskopie basierende Platt- form, um nanomechanische Analysen von dreidimensionalen Mikro- Lebergeweben durchzuführen. Die Forschenden möchten damit die Entwicklung von chronischen Lebererkrankungen studieren und be- kannte Wirkstoffe im Labor gegen Vernarbungen und Fettleber testen. Kooperation von: Hochschule für Life Sciences FHNW Hochschule für Technik und Umwelt FHNW Artidis AG (Basel- Stadt) Weitere Informationen: Nano-Argovia- Programm Hochschule für Life Sciences FHNW Hochschule für Technik und Umwelt FHNW Artidis «NanoDiLi wird ARTIDIS dabei unter- stützen, AFM-basierte nanomechanische Messungen als ergänzende Messgrössen für fortschrittliche in-vitro-Lebermodelle auszuwerten. Durch den Vergleich mecha- nischer Signale mit etablierten biologi- schen Markern wird das Projekt deren Relevanz für die Krankheitsmodellierung und präklinische Tests bewerten und gleichzeitig die zukünftige translationale Entwicklung gemeinsam mit Expert:innen für Lebermodelle und ausgewählten Akteuren aus der Industrie fördern.» Dr. Marko Loparic, ARTIDIS AG 12 SNI INSight Juni 2026 Nano-Argovia-Programm

      Die Forschenden im Nano-Argovia-Projekt NanoDiLi möch- ten die zerstörungsfreie sequenzielle Untersuchung mehre- rer Mikrogewebe ermöglichen. Dazu hat das Institut für Nanotechnische Kunststoffanwendungen der FHNW einen neuen Probenhalter entwickelt, der in dem auf Rasterkraft- mikroskopie basierenden Artidis-Messgerät zum Einsatz kommt. 13 SNI INSight Juni 2026

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      Nano-Argovia-Programm Lösungen gegen Verklumpung Mithilfe des Nano-Argovia-Projekts NanoBioNest wollen Forschende bes- ser verstehen lernen, unter welchen Bedingungen sich biologische Wirk- stoffe wie Antikörper, therapeutische Proteine, RNA oder DNA zu Aggrega- ten aneinander lagern. Das interdiszi- plinäre Team plant ein Modell zu ent- wickeln, mit dem sich die Wirkung von Hilfsstoffen und die Aggregatbildung erklären und vorhersagen lässt. Pharmazeutische Wirkstoffe, die nicht chemisch im Labor «zusammengebaut», sondern mit Hilfe lebender Zellen herge- stellt werden, gehören zu den erfolg- reichsten und umsatzstärksten Thera- pien in der Medizin. Unter diesen soge- nannten Biologika finden sich beispiel- weise Antikörper, therapeutische Prote- ine sowie kurze RNA- und DNA-Ketten. Ein Problem bei ihrer Anwendung ist, dass für eine erfolgreiche Therapie oft hohe Konzentrationen notwendig sind – was in einigen Fällen zur Bildung winzi- ger Klumpen (Nano-Aggregate) führt oder die Viskosität der Flüssigkeit erhöht. Dies schafft Probleme bei der Stabilität der Produkte und erschwert eine Verabrei- chung unter die Haut. Im Rahmen des Nano-Argovia-Projekts NanoBioNest kombiniert nun ein interdis- ziplinäres Team unter Leitung von Dr. Jin- ghui Luo (Paul Scherrer Institut PSI) ver- schiedene experimentelle Methoden (z.B. Kleinwinkel-Röntgenstreuung (SAXS)) mit computergestützten Werkzeugen (z. B. AlphaFold), um die Struktur und das Ag- gregationsverhalten von Biologika in An- wesenheit verschiedener Hilfsstoffe zu untersuchen. Besonders im Fokus stehen dabei Cyclodextrin-Derivate – ringför- mige Moleküle, die als Zusatzstoffe die Aggregation verhindern sollen. Durch die Verbindung von Experi- menten und KI-gestützten Vorhersagen planen die Forschenden im Rahmen des für zwei Jahre angelegten Projekts ein Luo Jinghui und das Team des Nano-Argovia-Pro- jekts NanoBioNest untersuchen, unter welchen Bedingungen biologisch aktive Substanzen wie Antikörper, therapeutische Proteine, RNA oder DNA zu Aggregaten zusammenklumpen oder in ihrem aktiven Zustand verbleiben. (Bild: M. Fischer, PSI) vorhersagbares Modell zu entwickeln, das die Wirkung von Hilfsstoffen und die Bildung von Aggregaten erklärt. Als Mo- dellsubstanzen dienen dabei ein mono- klonaler Antikörper und ein Medikament auf RNA-Basis. «Wir freuen uns, als Industrie- partner einen Beitrag zum Nano-Argovia-Projekt NanoBio- Nest zu leisten. Dieses Projekt soll die strukturelle Charakteri- sierung hochkonzentrierter Biologika vorantreiben und die Identifizierung neuartiger Hilfsstoffe beschleunigen, um letztlich einen greifbaren Mehrwert für die Biopharma- industrie zu schaffen.» Dr. Thibaud Stoll, Excelsus Structural Solutions (Swiss) AG Kooperation von: Paul Scherrer Institut PSI Hochschule für Life Sciences FHNW Excelsus Structural Solutions (Villigen) Weitere Informationen: Nano-Argovia-Programm Paul Scherrer Institut PSI Hochschule für Life Sciences FHNW Excelsus Structural Solutions 14 SNI INSight Juni 2026

      Im Nano-Argovia-Projekt X-BASE entwickeln die Forschenden eine neue Methode, um sogenannte «Blazed Gratings» herzustellen. Diese Beugungs- gitter mit einer schrägen, sägezahnförmigen Struktur beugen Röntgenlicht besonders effektiv. (Bild: PSI und XRnanotech) Nano-Argovia-Programm Neue Methode zur Herstellung von Röntgenbeugungsgittern Im Nano-Argovia-Projekt X-BASE pla- nen Forschende eine neue, skalierbare und effiziente Methode zur Herstel- lung von Röntgenbeugungsgittern zu entwickeln, um den weltweiten Bedarf an präzisen optischen Komponenten für die Spitzenforschung zu decken. Röntgenbeugungsgitter sind hochpräzise optische Bauelemente, die für Röntgen- analysen in der Forschung unersetzlich sind. Sie bestehen aus einer regelmässi- gen Anordnung von Linien oder komple- xeren Mustern auf einem reflektierenden Substrat. Die Gitter nutzen das Prinzip der Beugung: Trifft Röntgenlicht auf Strukturen, deren Abstände in der Grö- ssenordnung der Wellenlänge des Lichts liegen (typischerweise im Bereich von Nanometern), wird das Licht in verschie- dene Richtungen abgelenkt – ähnlich wie ein Prisma sichtbares Licht in seine Spek- tralfarben zerlegt. Dadurch kann das Röntgenlicht nach Wellenlängen aufge- spaltet werden, um eine einzelne «Farbe» des Lichts zu selektieren oder um das Röntgenspektrum zu analysieren, das von einer Probe abgestrahlt wird. Technisch herausfordernd Die Herstellung von Röntgenbeugungsgit- tern ist eine technische Herausforderung, da bereits kleinste Abweichungen der Git- terstruktur die Leistung beeinträchtigen. Vor allem für die Produktion sogenannter «Blazed Gratings» mit einer schrägen, sä- gezahnförmigen Struktur, die das Rönt- genlicht besonders effektiv beugen. Im Nano-Argovia-Projekt X-BASE möchte das Team unter Leitung von Dr. Christian David (Paul Scherrer Institut PSI) nun eine alternative Herstellungsme- thode für derartige Beugungsgitter ent- wickeln. Bei der neuen Methode werden die feinen Strukturen mittels Elektronen- strahl-Lithographie und einer neuen Be- schichtungstechnik erstellt. Das Material wird dabei unter einem bestimmten Win- kel aufgedampft, um so die gewünschte Sägezahnform zu erzeugen. Dieser Ansatz könnte im Vergleich zu etablierten Methoden kostengünstiger und flexibler sein. Ziel des für zwei Jahre angelegten Projekts ist die Optimierung der Gitterstrukturen durch moderne Dünnschichttechnologie und Oberflä- chenmesstechnik, um Prototypen herzu- stellen, die den Anforderungen von Syn- chrotron- und Freie-Elektronen-Laser- Quellen gerecht werden. Kooperation von: Paul Scherrer Institut PSI Hochschule für Life Sciences FHNW XRnanotech AG (Villigen) Weitere Informationen: Nano-Argovia-Programm Paul Scherrer Institut PSI Hochschule für Life Sciences FHNW XRnanotech AG «Mit dem weltweiten Ausbau von Synchrotron- und Freie- Elektronen-Laser-Anlagen wächst die Nachfrage nach leistungsfähigen Röntgenopti- ken stetig. Für XRnanotech ist X-BASE ein wichtiger Schritt hin zu skalierbaren Fertigungs- technologien, die diesen Bedarf decken und Europas Position in der hochpräzisen Nanofabrika- tion stärken.» Dr. Florian Döring, XRnanotech AG 15 SNI INSight Juni 2026

      Synchronisation ist entscheidend Hochpräzise Oszillatoren sind das Herzstück moder- ner Elektronik: Sie sorgen für exakte Zeitsteuerung und Synchronisation in Rechenzentren, KI-Systemen, Netzwerken und vielen anderen Anwendungen, bei denen präzise Taktsignale entscheidend sind – etwa um Daten fehlerfrei zu übertragen, Berechnungen zu synchronisieren oder Energie effizient zu nutzen. Der Oszillator, den das interdisziplinäre Team im Nano-Argovia-Projekt NANO-SAW aufbauen wird, dient als Machbarkeitsnachweis für eine neue Art der Schwingungserzeugung, die auf sogenannten Rayleigh-Wellen basiert. Dies sind akustische Ober- flächenwellen (englisch: Surface Acoustic Waves, SAWs), die sich entlang der Oberfläche eines Mate- rials ausbreiten. Diese Wellen werden in einer dün- nen Schicht aus Aluminiumnitrid (AlN) erzeugt, ei- nem piezoelektrischen Material, das besonders gut mechanische Spannungen in elektrische Signale umwandeln kann und umgekehrt. Die Aluminium- nitrid-Schicht wird mit einem speziellen Beschich- tungsverfahren (Hochleistungs-Impuls-Magnetron- sputtern (HiPIMS)) auf ein Substrat aufgebracht, das sich dann direkt in bestehende Mikrochips integrie- ren lässt – was für die Miniaturisierung und den Ein- satz in modernen elektronischen Geräten entschei- dend ist. Auf der Aluminiumnitrid-Oberfläche werden feine, kammartige Elektrodenstrukturen ange- bracht. Diese Elektroden regen durch angelegte elek- trische Spannungen mechanische Rayleigh-Wellen an, die sich dann über die Oberfläche ausbreiten. Eine zweite Elektrodenstruktur detektiert die an- kommenden Wellen und wandelt sie zurück in elek- trische Signale. Durch eine Rückkopplungsschaltung wird dieses Signal verstärkt und zurückgeführt, so- dass eine kontinuierliche Schwingung entsteht – der Oszillator „schwingt“ stabil bei einer bestimmten Frequenz. Schnell, energiesparend und stabil Besonders wichtig sind dem interdisziplinären Team unter Leitung von Prof. Dr. Mathieu Coustans (Hoch- schule für Technik und Umwelt FHNW) bei der Her- stellung, dass die Aluminiumnitrid-Schichtdicken un- ter 500 Nanometern liegen und eine optimale kristal- lografische Ausrichtung erzielt wird, um die akusti- schen Eigenschaften zu verbessern. Der Oszillator soll sehr schnell starten (unter 100 Millisekunden), sehr wenig Energie verbrauchen und einen extrem stabilen Takt vorgeben. Das Projekt unterstützt Bestrebungen energieef- fiziente Informations- und Kommunikationstechno- logie durch nanoskalige Materialien und nanofabri- zierte Bauelemente sowie Integration auf System- ebene voranzutreiben. Taktgeber für digitale Systeme Im Nano-Argovia-Projekt NANO-SAW entwickeln Forschende einen winzigen, hochpräzisen Oszillator auf Basis von Oberflächenwellen im Nanobereich. Er soll als Frequenzreferenz für digitale Hochge- schwindigkeits-Systeme dienen. Kooperation von: Hochschule für Technik und Umwelt FHNW Paul Scherrer Institut PSI Micro Crystal AG (Grenchen) Weitere Informationen: Nano-Argovia- Programm Hochschule für Technik und Umwelt FHNW Paul Scherrer Institut PSI Micro Crystal AG «Für Micro Crystal bietet NANO-SAW die Gelegenheit, unser industrielles Know- how im Bereich hochpräziser Zeit- gebungskomponenten in eine intensive Forschungskooperation einzubringen. Das Projekt befasst sich mit den zentralen Anforderungen an zukünftige Oszillator- technologien: Genauigkeit, Stabilität, Kompaktheit, geringer Stromverbrauch und Kompatibilität mit moderner Mikro- elektronik. Darüber hinaus erwarten wir wertvolle Erkenntnisse für unsere allge- meine Technologieentwicklung.» Dr. Thierry Hessler, Micro Crystal AG Nano-Argovia-Programm 16 SNI INSight Juni 2026

      Für die Herstellung des neuartigen Oszillators auf Basis von Oberflächenwellen im Nanobereich arbeitet das Team von Mathieu Coustans im Reinraum. (Bild: M. Coustans, FHNW) 17 SNI INSight Juni 2026

      Zukunft des Weinbaus im Fokus Abschlusstreffen von WiVitis und KliWiReSSE Der Klimawandel stellt den Weinbau in der Region vor grundlegende Fragen – kann zugleich aber auch Antrieb für Innovation und nachhal- tige Veränderungen sein. Beim Abschlusstreffen der trinationalen Inter- reg-Projekte WiVitis und KliWiReSSE kamen kürzlich Expert:innen der beteiligten Institutionen an der Universität Basel zusammen, um die Ergebnisse der Projekte zu präsentieren und über Möglichkeiten für einen nachhaltigen, wirtschaftlich erfolgreichen Weinbau am Oberrhein zu diskutieren. Das Nano Imaging Lab (NI Lab) des Swiss Nanoscience Institute (SNI) war aktiv am Projekt WiVitis beteiligt und Gastgeber dieses informativen und spannenden Anlasses. Der Klimawandel hat zahlreiche Auswir- kungen – auch auf den Weinbau am Ober- rhein: Steigende Temperaturen und ext- reme Wetterereignisse wie Spätfrost, Tro- ckenheit, Starkregen und erhöhte UV- Strahlung sind Stressfaktoren für die Rebpflanzen. Diese müssen aber nicht nur darauf reagieren, sondern sind zu- dem einem erhöhten Krankheitsdruck ausgesetzt. Daher sind Strategien gefragt, die hel- fen diese anstehenden Herausforderun- gen ökologisch und ökonomisch zu be- wältigen. Ein Beitrag kann der vermehrte Einsatz pilzwiderstandfähiger Rebsorten, sogenannter PIWIs, sein. Die WiVitis-Projektkoordinatorin Dr. Katja Herzog vom Julius Kühn-Institut in Siebeldingen (Deutschland) präsentierte zu Beginn des Abschlusstreffens For- schungsergebnisse, die eindeutig zeigten, dass die PIWIs im Vergleich mit einigen untersuchten traditionellen Sorten über- legen sind, was die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaveränderungen und Krankheitsdruck angeht. Gesunde Beerenhaut ist Indikator Ein wichtiger Faktor beim Schutz gegen- über Pilzinfektionen – wie die durch den Pilz Botrytis cinerea verursachte Grau- schimmelfäule – sind natürliche mecha- nisch-physikalische Schutzbarrieren. So spielt die Traubenarchitektur ebenso eine Rolle für die Infektionsanfälligkeit wie die Zusammensetzung und Struktur der Beerenhaut. «Eine lockere Traubenarchi- tektur minimiert das Risiko von Infekti- onen», erklärt Katja Herzog. «Und eine dicke Wachsschicht auf der Beerenhaut sorgt ebenfalls für weniger Infektionen. Ist dagegen die Wachsschicht zu dünn oder beschädigt, verursacht nicht abper- lendes Wasser Risse in der Beerenhaut – über die dann eine Infektion erfolgen kann.» Mithilfe standardisierter objektiver Mes- sungen haben die Forschenden über die letzten drei Jahre Beeren von verschiede- nen Standorten und bei unterschiedli- chen Umweltbedingungen analysiert. Sie haben dazu unter anderem die Trauben- architektur mittels 3D-Scanner und mit- Nano Technology Center Kryo-REM Aufnahmen der Beerenhaut von Pinot Noir nach Behandlung mit verschiede- nen Pflanzenschutzmitteln: unbehandelt, Kup- fer, Kupfer plus Armicarb®. (Fotos: Evi Bieler, NI Lab) Kupfer Unbehandelt Kupfer + Armicarb ® 18 SNI INSight Juni 2026

      hilfe der Impedanzmessung die elektri- schen Eigenschaften ermittelt, die Bee- renhautfestigkeit bestimmt und anhand rasterelektronenmikroskopischer Auf- nahmen (Kryo-REM) die Strukturen der Wachsschicht untersucht. Die Kryo-REM Analysen, die vom Nano Imaging Lab des SNI durchgeführt wurden, haben sich als neues Beurteilungskriterium etabliert, da sie einen Hinweis auf die Robustheit der Beeren liefern. Interessanterweise führen bestimmte Pflanzenschutzmittel zur Ver- änderung der Wachse auf der Beerenhaut und verändern auf diese Art und Weise die Widerstandsfähigkeit der Beeren. In fast allen Kategorien waren die ge- testeten PIWI-Sorten den untersuchten traditionellen Sorten überlegen. «Wir sind jetzt noch dabei, alle Erkenntnisse für die untersuchten PIWI-Rebsorten in Portraits zusammenzufassen, sodass klarer er- sichtlich ist, welche Rebsorte für welche Bedingungen am geeignetsten ist» schliesst Katja Herzog ihren Vortrag. Genetische und physiologische Grundlagen von Resilienz Auch in dem Projekt KliWiReSSE ging es um die Zukunft des Weinbaus am Ober- rhein. Jedoch lag hier der Fokus mehr auf den genetischen und physiologischen Grundlagen der Klimaresilienz verschie- dener Rebsorten. Prof. Dr. Peter Nick, Koordinator des Projekts vom Karlsruher Institut für Tech- nologie (KIT), gab in seinem Vortrag einen Einblick, wie sich mithilfe von neuge- züchteten klimaresistenten Weinsorten die anstehenden Herausforderungen meistern lassen. Gezielte Züchtung Die Analyse von Gen-Datenbanken der Wildrebe – die Stammmutter unserer Kul- turreben – liefern dabei Hinweise auf Gene, die mit Resistenzen und Wider- standsfähigkeit korrelieren. Unterstüt- zend arbeiten die Forschenden auch da- ran neue Methoden zur Klimaresilienz zu entwickeln. Dazu haben sie eine Vielzahl von Stressmarker identifiziert, welche die Züchtung beschleunigen und präziser machen sollen. Ein weiterer, bisher noch recht wenig untersuchter Aspekt ist der Boden, wie Peter Nick ausführt. Er bietet die Grund- lage für das Wachstum der Rebe und ist Lebensraum für eine Vielzahl von Bakte- rien – die wiederum mit den Rebpflanzen interagieren. «Versuche mit «terra preta» – ein besonders fruchtbarer, vom Men- Katja Herzog fasste Ergebnisse des trinationalen Projekts WiVitis anschaulich zusammen. Peter Nick erläuterte, wie das Genom der Wildrebe helfen kann, neue klimaresistente Rebsorten zu züchten. 19 SNI INSight Juni 2026

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      Weitere Informationen: WiVitis KliWiReSSE Nano Imagin Lab Im Rahmen der Podiumsdiskussion erfuhren die Teilnehmenden spannende Details aus der Praxis im Umgang mit PIWI-Weinen. schen geschaffener Boden – haben gezeigt, dass Bak- terien beispielsweise das Wurzelwachstum stimulie- ren und damit natürlich auch einen grossen Einfluss auf die Klimaresistenz der Pflanzen besitzen», erklärt Peter Nick. Eindrückliche Podiumsdiskussion Dass ein gesunder Boden eine elementare Rolle für die Widerstandsfähigkeit der Reben spielt, wurde auch in der anschliessenden Podiumsdiskussion mit Holger Klein (Badischer Weinbauverband e.V.), Ro- land Lenz (Bioweingut Lenz AG) und Ernst Weinmann (Staatliches Weinbau Institut Freiburg) deutlich. Roland Lenz schilderte sehr anschaulich, wie er Böden von neu übernommenen Rebflächen mit nied- rigem Humusgehalt innerhalb von etwa acht Jahren drastisch verbessert: durch vielfältige Vegetation, Bedeckung, sanfte Bearbeitungsmethoden und dem ausschliesslichen Einsatz von PIWI-Rebsorten. Er er- zielt damit eine grosse mikrobielle Diversität und kann fast vollständig auf den Einsatz von Pestiziden verzichten. «Die Natur ist unser bester Mitarbeiter», erwähnt er im Gespräch. Im Gegensatz zu anderen Weinbaubetrieben baut er auf seinen Flächen nicht nur Reben an, sondern kombiniert diese mit ver- schiedenen Baum- und Getreidearten und renatu- rierten Flächen. Das erfolgreiche Konzept seines Demeter-Betriebs hat nicht nur einen positiven Ein- fluss auf die Vegetation – es führt zu vielfach ausge- zeichneten Weinen und besitzt eine soziale Kompo- nente. «Je diverser das System, desto gesünder die Menschen», fasst er sein Konzept zusammen. Nicht für jeden Betrieb sind derartige Umstel- lungen zurzeit möglich, wie Holger Klein bemerkt, der im Badischen Weinbauverband 400 Betriebe vertritt. Aber auch er sieht in der Zukunft gute Chan- cen für PIWI-Sorten – zum Beispiel auch in Form von alkoholfreien Weinen, die sich immer grösserer Beliebtheit erfreuen. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass wei- terhin erheblicher Aufklärungsbedarf besteht – ins- besondere, um auch bei den Endverbraucher:innen ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass der Weinbau am Oberrhein langfristig nur durch Anpassungen 20 SNI INSight Juni 2026

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      sowie durch den Einsatz neuer pilz- und klimaresis- tenter Rebsorten gesichert werden kann. Alle Anwesenden hat die abschliessende Verkos- tung von PIWI-Weinen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz auf jeden Fall davon überzeugt, dass PIWI-Weine nicht nur für Pilzwiderstandsfähigkeit, Klimaresilienz und Nachhaltigkeit stehen, sondern auch geschmacklich auf ganzer Linie überzeugen können! WiVitis – Neue Strategien für widerstands- fähige Reben im Zeichen des Klimawandels An dem trinationalen Forschungs- und Innovationsprojekt Wi- Vitis sind zahlreiche Partner aus Forschung und Praxis aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland beteiligt. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, wissenschaftliche Grundlagen zu liefern, um den Weinbau im Oberrheingebiet an die Herausforderun- gen des Klimawandels nachhaltig anzupassen und wettbe- werbsfähiger zu machen. Daneben werden im Rahmen des Projekts Massnahmen direkt in die Praxis übertragen und die Kommunikation mit verschiedenen Stakeholdern intensiviert. Steigende Temperaturen und extreme Wetterereignisse wie Trockenheit, Starkregen sowie erhöhte UV-Strahlung schädi- gen die Reben selbst und erhöhen zusätzlich die Gefahr von Infektionen der Pflanzen. Die Beerenhaut besitzt als physika- lische Schutzbarriere dabei eine wichtige Schutzfunktion und stand daher im Fokus von WiVitis. Zudem haben die For- schende standortübergreifend und unter unterschiedlichen Umweltbedingungen verschiedene Rebsorten untersucht, um besser zu verstehen, wie sie auf Stressfaktoren wie Hitze oder Starkregen reagieren. Im Fokus stand dabei der Vergleich von einigen klassischen mit klimaangepassten, pilzresistenten Reb- sorten, sogenannte PIWI-Sorten. Das Projekt WiVitis wurde im Rahmen des Interreg-Ober- rhein-Programms von Mai 2023 bis April 2026 durchgeführt. Projektpartner waren: Julius Kühn-Institut (JKI) in Siebeldin- gen, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz, For- schungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), INRAE Grand Est, Staatliches Weinbauinstitut Freiburg (WBI) und Nano Ima- ging Lab, SNI Universität Basel. KliWiReSSE – Klima-widerstandsfähige Rebsorten zur Sicherung des Ertrags Auch das Projekt KliWiReSSE war ein trinationales Interreg- Projekt am Oberrhein. Es hatte einen stärkeren Fokus auf ge- netische und physiologische Grundlagen der Klimaresilienz von Reben und lieferte wissenschaftliche Grundlagen für die nächste Generation klimaangepasster Rebsorten. Ein zentraler Ansatz des Projekts war die Identifikation genetischer Faktoren, die Reben widerstandsfähiger machen gegenüber Faktoren wie Hitze, Trockenheit und UV-Stress. Dazu haben die Forschenden zahlreicher Partnerinstitutionen die besser angepassten Wildreben sowie verschiedene Kultur- rebsorten auf ihre Klimaresilienz hin untersucht, um entspre- chende Gene zu identifizieren und diese in der Züchtung von neuen, klimaresistenten Sorten einzukreuzen. Neben der klas- sischen Züchtungsforschung entwickelte KliWiReSSE auch neue Methoden, um Klimaresilienz messbar zu machen und so die Züchtung zu beschleunigen. Das Projekt lief von 2022 bis 2025 und wurde vom Karlsru- her Institut für Technologie koordiniert mit Partnern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Die Sprecher:innen und Moderator:innen des Abschlusssympo- siums von WiVitis und KliwiReSSE lieferten wertvolle Einblicke in ihre Arbeit rund um die Zukunft des Weinbaus am Oberrhein. Von links nach rechts vorderste Reihe: Roland Lenz, Ernst Wein- mann, Holger Klein. Hintere Reihe: Peter Nick, Marcus Wyss, Linnéa Hauenstein, Katja Herzog 21 SNI INSight Juni 2026

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      Vielver- sprechender Nachwuchs Das SNI fördert exzellente Nachwuchswissenschaftler:innen. Wie viel Fachwissen und Leidenschaft die Studierenden bereits am Ende des Bachelorstudiums mitbringen, zeigt sich jedes Jahr bei SmallTalk – der kleinen, von den Nanostudierenden selbst organisierten Konferenz. 23 SNI INSight Juni 2026

      Gastbeitrag vom Timon Flathmann n³: Nano – Now & Next – Tipps für Studium und Karriere Nach der Übergabe des Vorstandes der Alumni Nanowissen- schaften in unsere Hände im Oktober 2025 sollte auch ein «Ge- nerationswechsel» stattfinden. Entsprechend hatten wir zahl- reiche Ideen, was wir an tollen neuen Events und sonstigen Vorhaben anpacken könnten. Ein zentraler Punkt, der dabei immer wieder aufkam: Wir wollen unser doch recht grosses Netzwerk besser nutzen, um das Wissen und die Motivation der talentierten Studierenden in der Industrie und der Akade- mie konkret einzusetzen. So soll eine Vermittlung entstehen, bei der eine Hand die andere wäscht. Schnell fiel uns auf, dass ein solches Format im Ansatz bereits existiert – in Form des «Master your Master»-Events, bei welchem die Möglichkeiten des Masters in Nanowissenschaften erklärt, Projekt- und Mas- terarbeiten vermittelt werden und ein erster Kontakt zu den Alumni hergestellt wird. Was leider bislang gefehlt hatte, war ein Orientierungsevent für die frisch gebackenen Masterstu- dierenden zu den Themen Karriereeinstieg in der Industrie oder zum akademischen Pfad als PhD. Aus diesem Ansatz haben wir uns das ambitionierte Ziel gesetzt, ein neues Event ins Leben zu rufen, welches diese Themen miteinander vereint. Wir wollen eine zentrale Veran- staltung schaffen, in deren Rahmen sich die «Nanos» unabhän- gig davon, wo sie sich im Studium befinden, vom Wissen der Alumni profitieren und sich ein Bild von ihrer Zukunft machen können. Statt «Master your Master» gibt es jetzt neu «n³: Nano – Now & Next»! Mit tatkräftiger Unterstützung einiger engagierter Alumni, des Nanovereins und von Anja (SNI Studienkoordination) und Christel (SNI Kommunikation) wurde die erste Ausgabe ein voller Erfolg. Als erster Sprecher erzählte Michael Gerspach (Jahrgang '06) von der Entwicklung seines Studiums. Er gab Ratschläge, wie man sich motiviert halten kann, wie man die Prüfungsphase am besten durchsteht und hat gezeigt, dass Karrierewege – wie sein eigener – durchaus nichtlinear sein können. Gregory Zaugg und Alexa Dani (beide Jahrgang '18) aus dem Alumni Vorstand eröffneten die Diskussion zum Thema Be- rufseinstieg und Bewerbungen. So konnten die Fragen der Stu- dierenden mit den anwesenden Alumni gemeinsam beantwor- tet werden. Danach präsentierte Géraldine Guex (Jahrgang '03) ihren akademischen Werdegang zur Professur am UZB und gab wertvolle Tipps rund um das Thema «Dos and Don'ts bei Milan Liepelt, Vorstands-Vorsitzender der AlumniNano-Organisation eröf- fente die Veranstaltung «n³: Nano – Now & Next», zu der alle Studierenden der Nanowissenschaften eingeladen waren. Géraldine Guex gab wertvolle Tipps, wie Studierende mit einem PhD ihre Ausbildung fortsetzen können. 24 SNI INSight Juni 2026

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      der Wahl eines PhDs». Zum Abschluss hatten alle anwesenden Alumni noch kurz die Gelegenheit, konkrete Projektangebote aus ihren jeweiligen Umgebungen bei Bühlmann, Roche, Sefar, Sensirion oder dem UZB vorzustellen. Hoffentlich findet somit die eine oder andere Person im Nano Bachelor oder Master ein spannendes Projekt oder eine Einstiegsstelle! Auch die soziale Komponente hat natürlich nicht fehlen dürfen. Im Anschluss an einen Apéro ging der Abend über in ein geselliges Beisammensein in der Cargobar am Rhein mit noch vielen weiteren Alumni, um die Möglichkeit für einen lockeren Austausch bei einem kühlen Getränk der Wahl zu ermöglichen. Wir sind begeistert davon, dass immerhin rund 20 Studie- rende den Sprung ins kalte Wasser gewagt und sich auf dieses neue Format eingelassen haben. Etwa ein Drittel davon sind aktuell im Master. Das zeigt uns, dass definitiv Bedarf nach Orientierung zum Berufseinstieg und akademischen Karriere- optionen vorhanden ist. Ebenso freut uns, dass sich die Alumni nicht gezögert haben und motiviert waren, auch von weiter her anzureisen, ihr Wissen weiterzugeben und dem Event zu vollem Erfolg zu verhelfen. Für die nächste Ausgabe des «n³: Nano – Now & Next» wer- den wir auf das erhaltene Feedback eingehen und versuchen, die Abwechslung hoch zu halten. Hoffentlich sehen wir dann noch mehr neugierige Gesichter, denen wir wertvollen Rat ver- mitteln und helfen können, sich in das Nano-Netzwerk zu in- tegrieren. Bis bald! Timon Flathmann für den Vorstand der AlumniNano Im Anschluss an die Präsentationen und Diskussionen konnten die Studierenden noch all ihre Fragen bei den anwesenden Alumni loswerden. «Die Tipps und Tricks der Alumni zur Planung des Mas- ters und zum Berufseinstieg waren sehr hilfreich. Es ist toll, von den Erfahrungen früherer Nanos profitieren zu können und dadurch den eigenen Weg einfacher zu gestalten. Durch n³ wurde ich zudem auf einen Studen- tenjob aufmerksam und direkt an die zuständige Person weitervermittelt. In solchen Situationen zahlt sich das durch n³ getankte Vitamin B definitiv aus.» Mattea Dyck, Studentin Nanowissenschaften an der Universität Basel im 6. Semester 25 SNI INSight Juni 2026

      SNI-Doktorandenschule Erfolgreich verteidigt Drei Doktorierende der SNI-Doktorandenschule haben in den letzten sechs Monaten ihre Arbeiten erfolgreich verteidigt. Sie haben dazu an den Departementen Physik und Chemie der Universität Basel sowie am Paul Scherrer Institute gearbeitet. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für den weiteren Lebensweg! Messung kleinster magnetischer Drehmomente Dr. Mathias Claus hat in seiner Doktorarbeit hochsensitive Sen- soren zur Messung extrem kleiner magnetischer Drehmo- mente entwickelt – mit dem Ziel ultradünne magnetische Ma- terialien wie van-der-Waals-Heterostrukturen und zweidimen- sionale Materialien zu untersuchen, deren magnetische Signale aufgrund ihres geringen Volumens bisher kaum erfassbar wa- ren. In seiner Arbeit am Departement Physik hat Mathias dazu mechanische Resonatoren aus Siliziumnitrid entworfen, her- gestellt und charakterisiert. Er konnte die Leistungsfähigkeit der Messtechnik belegen, indem er die magnetischen Eigen- schaften einzelner Bakterien quantifizierte. SNI-Post mit Video Publikation Mathias Claus hat seine Arbeit am Departement Physik absolviert. (Bild: M. Claus) 26 SNI INSight Juni 2026

      Verständnis von Proteinen im Schwefelkreislauf Dr. Seseg Bolotova hat mit ihrer Doktorarbeit zum Verständ- nis von Proteinen, die am Stoffwechsel von Schwefelverbin- dungen beteiligt sind, beigetragen. Sie setzte Röntgenkristallographie und Kryo-Elektronen- mikroskopie ein, um die Strukturen von den Enzymen und substratbindenden Proteinen zu bestimmen, die am Stoff- wechsel schwefelhaltiger Aminosäurederivate beteiligt sind. Durch die Kombination der Strukturdaten mit biochemi- schen, biophysikalischen und sequenzbasierten Analysen konnte Seseg die Zusammenhänge zwischen den Strukturen, Sequenzen und Funktionen dieser Proteine aufklären. Sie identifizierte die molekularen Grundlagen der enzymati- schen Substratspezifität und der katalytischen Aktivität. In der Folge schlug Seseg katalytische Mechanismen für Enzyme mit bislang nicht charakterisierter Aktivität sowie Funktio- nen verwandter Proteine vor, die in Genomdatenbanken nicht verzeichnet waren. Publikation Gezielte Nutzung von Protein-Membran- Wechselwirkungen In seiner Doktorarbeit hat Dr. Piotr Jaśko untersucht, wie biolo- gische Membranen funktionieren und wie ihre Eigenschaften in künstlichen Systemen gezielt nachgebildet werden können. Er zeigte, dass Proteine Membranen aktiv verändern können und beispielsweise die Fusion von Lipidvesikeln unterstützen. In synthetische Polymermembranen gelang es ihm lichtge- triebene Proteine zu integrieren, die Ionen transportieren und Energie umwandeln. Zudem zeigte er, dass der Einbau von Po- renproteinen in Membran erfolgreich den selektiven Molekül- transport gewährleistet – eine Voraussetzung für komplexe Reaktionen in Vesikel-Netzwerken. SNI-Post mit Video Publikation Piotr Ja ś ko hat für seine Doktorarbeit am Departement Chemie und am Paul Scherrer Institut gearbeitet. (Bild. P . Ja ś ko) Seseg Bolotova hat für ihre Doktorarbeit am Departement Chemie und am Biozentrum der Universität gearbeitet. 27 SNI INSight Juni 2026

      Weitere Informationen: Webseite NCCR Precision Faktenblatt Medienmitteilung Universität Basel Am 1. Mai startete der neue Nationale Forschungs- schwerpunkt «Precision», in dem auch zahlreiche SNI-Mitglieder involviert sind. Das gemeinsame Ziel der Forschenden von sieben beteiligten Schweizer Forschungsinstitutionen ist es, die Genauigkeit und Empfindlichkeit von Messungen auf ein bisher un- erreichtes Niveau zu heben und damit unbekannte physikalische Phänomene jenseits des Standardmo- dells der Teilchenphysik zu erforschen. Der Schwer- punkt liegt dabei auf den physikalischen Grössen Zeit und Frequenz. Vier Säulen bilden das Fundament des neuen NFS. • Grundlagenphysik: Präzisionsmessungen an ein- fachen Atomen und Molekülen zur Überprüfung physikalischer Theorien und zur Entdeckung neuer Phänomene • Kontrolle von Quantenzuständen: Gezielte Mani- pulation von Quantensystemen, um Messungen noch empfindlicher und präziser zu gestalten • Photonische Technologien: Entwicklung neuer optischer Instrumente wie Laser mit extrem schmalen Linienbreiten und neuartigen Fre- quenzkämmen, um die Präzision zu steigern und die Anwendungsmöglichkeiten von Mess- systemen zu erweitern • Präzisions-Sensorik: Einsatz von Atom- und Festkörpersystemen als hochauflösende Senso- ren, beispielsweise zur Erfassung winziger elek- trischer und magnetischer Felder oder für Navi- gation und Gravimetrie-Messungen Ende Mai fand nun das erste Treffen der Projektver- antwortlichen in Zürich statt. Mit dabei waren For- schende der beiden Heiminstitutionen ETH Zürich und Universität Basel sowie vom Paul Scherrer Ins- titut PSI, der EPFL, dem Eidgenössischen Institut für Metrologie METAS, der Universität Neuchâtel und vom CSEM. Insgesamt sind schweizweit 32 For- schungsgruppen aus der Schweiz beteiligt – darun- ter zahlreiche von SNI-Mitgliedern geleitete: Prof. Dr. Stefan Willitsch fungiert als Co-Director und Prof. Dr. Philipp Treutlein als Deputy Co-Director. Desweiteren engagieren sich aus dem SNI-Netzwerk als Projektleitende Dr. Alexander Grimm (PSI) und die Basler Professoren vom Departement Physik Dr. Ilaria Zardo, Dr. Richard Warburton, Dr. Tomasz Smoleński, Dr. Martino Poggio, Dr. Patrick Male- tinsky sowie Dr. Daniel Malz. Die SNI-Geschäftsfüh- rerin Claudia Wirth kümmert sich um die Finanzen der Teams aus Basel. Start des Nationalen Forschungs- schwerpunkts «Precision» Ende Mai war der Kick-off Event des NFS Precision, zu dem mehr als 30 Projektverantwortliche kamen. (Bild: NFS Precision) Netzwerk 28 SNI INSight Juni 2026

      Mit einer neuen Videoserie möchten wir die herausragen- den Geräte und Werkzeuge im SNI-Netzwerk vorstellen. Die Geräte – ob selbstgebaute Maschinen, hochmoderne Mikroskope oder innovative Instrumente – machen die Forschung im Mikro- und Nanobereich erst möglich. Den Anfang macht das DriveAFM aus dem Nano Ima- ging Lab, das Dr. Monica Schönenberger im Video kurz vorstellt. Schauen Sie rein – vielleicht unterstützt es auch Ihre Forschung! Falls Sie ein Instrument besitzen, das für andere Grup- pen interessant sein könnte, melden Sie sich gerne unter c.moeller@unibas.ch. Weitere Information: SNI-Post mit Video Nano Imaging Lab Tool of the Month: DriveAFM Annual Meeting Wir freuen uns auf das Annual Meeting vom 4. – 6. Sep- tember im Seerose Resort & Spa, Meisterschwanden. Dieses Jahr hält unser Ehrenmitglied Prof. Dr. Chris- tian Schönenberger die Late Night Lecture und wir haben zur Postersession am Donnerstagabend Gäste aus der Po- litik. Neben den zahlreichen Vorträgen wird es wieder genug Gelegenheiten zum Kennenlernen und Netzwerken geben. 29 SNI INSight Juni 2026

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          Who is who? Managementteam mit vielfältiger Expertise Wir bemühen uns möglichst viel über angewandte und grundlagenwissenschaftli- che Forschungsprojekte rund um Nano zu berichten. Neben den zahlreichen For- schenden, die diese Ergebnisse generieren, gibt es im SNI-Netzwerk auch Mitarbeitende, die dafür sorgen, dass Abläufe rund um Finanzen, Personal, Admi- nistration, Koordination von Studium und Doktorandenschule, Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Dienstleistungen reibungslos ablaufen. Um für neue wie langjährige SNI-Mitglieder aufzuzeigen, wer dabei wofür verant- wortlich ist, stellen wir in den nächsten Ausgaben von SNI INSight das Manage- mentteam sowie die Mitarbeitenden des Nano Imaging Labs und des Nano Fabrication Lab kurz vor. Wir beginnen mit der alphabetisch ersten Hälfte des Managements-Team. Und selbst für SNI-Mitglieder, die uns bereits kennen, gibt‘s dabei sicher ein paar neue Infos. Netzwerk 30 SNI INSight Juni 2026

          Andreas Baumgartner – Möchte die Welt verstehen Ich kümmere mich um alle Belange der SNI-Doktorandenschule. Für mich persönlich zentral sind die sozialen und wissenschaft- lichen Kontakte mit den Doktorierenden, sowie die Organisation der SNI Winterschule «Nanoscience in the Snow», des Rhetorik- Workshops und des Workshops «From Lab to Startup». Zudem organisiere ich die Evaluation der Projektgesuche und die darauf- folgende Suche von geeigneten Doktoratsanwärtern. Gerne be- antworte ich Anfragen von Nah und Fern und helfe gerne mit bei Kommunikations- und Outreach Aktivitäten. Was ist dein beruflicher Hintergrund? Nach dem vielfältigen Studium «Interdisziplinäre Naturwissen- schaften» an der ETH Zürich habe ich meine Doktorarbeit in Fest- körperphysik an der ETH geschrieben, zu den Themen Raster- kraftmikroskopie und Quanten Hall Effekt. Nach drei Jahren als Postdoc in Nottingham (GB), wo ich vor allem auf Quantenoptik mit Halbleitern gearbeitet habe, bin ich an die Universität Basel gewechselt, wo ich seither vor allem auf supraleitenden Nano- strukturen, atomar dünnen Materialien und Quantenbits forsche. Seit 2017 bin ich beim SNI für die Doktorandenschule zuständig, wo meine breiten wissenschaftlichen Interessen beste Nahrung finden. Was treibt dich in deinem Job an? Persönlich treibt mich an, die Welt um mich herum zu verstehen – da ist die Arbeit als Wissenschaftler und in der SNI-Doktoran- denschule ideal – in letzterer ist man permanent verschiedensten Themen ausgesetzt, wissenschaftlich und organisatorisch, was enorm spannend und nie langweilig ist, aber auch tieferes Nach- denken erlaubt. Womit beschäftigst du dich zurzeit? Gerade hat die Evaluation der neuen Projekteingaben gestartet, da habe ich für kurze Zeit nicht viel Kapazität für anderes. Fun Facts Kaffee oder Tee? Morgens Kaffee, dann Tees Hund oder Katze? Früher Hunde, heute Katzen, in Realität weder noch Frühaufsteher oder Nachteule? Nachteule (bei knorzigen Problemen) Lieblingsort: Home, sweet home mit möglichst vielen Reisen (oben: Blick von Andreas` Hausberg, der Wasserfluh) Lieblingsessen: Indisch in vielen Variationen Letzte Urlaubsziele: Per Zug durch China und zum Tau- chen nach Sardinien, beides mit Familie Geheimes Talent: Ich kann auch schlechte Science Fiction Bücher bis zum Ende lesen «Andreas hat ein beeindruckendes Wissen in den Naturwissenschaften und ist immer gerne bereit, sein Wissen zu teilen und komplexe Inhalte möglichst gut verständlich zu erklären.» Christel Möller über die Super-Power von Andreas Baumgartner 31 SNI INSight Juni 2026

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          Kerstin Beyer-Hans – Schafft immer wieder neue Möglichkeiten, um Neugier zu wecken Ich bin in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Dazu organisiere ich Schulklassenbesuche und besondere Events. In vergangenen Jahren lag auch die Organisation unseres Annual Meetings und der SNC in meinem Verantwortungsbereich. Ganz gene- rell suche ich neue Möglichkeiten, Menschen für die Natur- wissenschaften zu begeistern – zum Beispiel durch Experi- mente für Kinder im Kinderspital Aarau oder bei Reisen mit der Südostbahn. Zudem kreiere ich Content für die recht jungen Kanäle Nano.neugier auf TikTok, Youtube und Insta- gram. Was ist dein beruflicher Hintergrund? Ich habe in Konstanz mein Diplom in Physik gemacht und an der ETH Zürich doktoriert. Das interdisziplinäre Arbeiten und Kommunizieren mit der Öffentlichkeit – z.B. an der Scientifica – hat mir schon bei meiner Doktorarbeit viel Spass gemacht. Daher habe ich mich sehr gefreut, nach dem Abschluss meiner Doktorarbeit beim SNI in der Öffentlichkeitsarbeit meinen Platz gefunden zu haben. Was treibt dich in deinem Job an? Die Begegnungen mit Menschen inspirieren mich. Es ist so schön, dass Leuchten in Kinderaugen oder die Begeisterung bei Jugendlichen für die Naturwissenschaft zu sehen. Es gibt so viel Spannendes in den Naturwissenschaften zu entdecken und durch einfache Experimente den Menschen näher zu brin- gen. Die Zukunft braucht Naturwissenschaftler:innen. Lasst uns Möglichkeiten schaffen, um Neugier zu wecken. Womit beschäftigst du dich zurzeit? Zurzeit plane ich einen Vortrag und Workshop im Kinderlab Landquart und bereite einen Schulklassenbesuch vor. Im Hin- tergrund laufen auch schon die Vorbereitungen für die Sci- ence Days in Rust. Ich freue mich auf die kommenden Events! Fun Facts Kaffee oder Tee? Beides Hund oder Katze? Hund Frühaufsteher oder Nachteule? Nachteule Lieblingsort? La Roque sur Pernes (Monts du Vaucluse) Lieblingsessen? Comfort Food Traumurlaubsziel? Island Geheimes Talent? Postkarten schreiben «Kerstin findet mit viel Einsatz und Enthusiasmus immer neue Möglichkeiten verschiedene Zielgruppen anzusprechen, entwickelt dazu kreative spannende Experimente, präsentiert mit ganz viel Charme und bereitet die Veranstaltungen perfekt vor.» Claudia Wirth über die Super-Power von Kerstin Beyer-Hans 32 SNI INSight Juni 2026

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          Anja Car – Setzt sich mit viel Energie für die Nano-Studierenden ein Meine Aufgabe ist dafür zu sorgen, dass der Nanostudiengang nicht nur existiert, sondern auch wie ein Marathon läuft und sich weiterentwickelt. Es ist eine Schnittstellenfunktion zwi- schen verschiedenen Akteuren: Studierende, Professor:innen und Dozierende aus verschiedenen Departementen und Mit- arbeitende in der Verwaltung. Das bedeutet viel Abstimmung und manchmal auch Konfliktlösung. Ein grosser Teil der Ar- beit ist direkte Kommunikation und ein Tröpfchen Talent um Probleme pragmatisch zu lösen. Was ist dein beruflicher Hintergrund? Ich habe an der Universität Maribor in Slowenien Chemie- ingenieurwesen studiert und 2008 im Bereich Polymer- membranen zur Gastrennung promoviert. Anschliessend war ich als Postdoktorandin an verschiedenen Forschungsprojek- ten beteiligt am Helmholtz-Zentrum Hereon in Geesthacht sowie an der KAUST in Saudi-Arabien. 2012 erhielt ich ein Marie-Curie-Stipendium, um meine Karriere an der Universi- tät Basel fortzusetzen. Nach vielen Jahren in der Forschung nahm ich 2017 eine neue berufliche Herausforderung beim SNI in der Studienkoordination an. Um mich beruflich wei- terzuentwickeln absolvierte ich 2022 einen MBA im Bereich Innovation Management mit einer Vertiefung im Bildungs- sektor. Was treibt dich in deinem Job an? Der Alltag ist sehr abwechslungsreich, aber auch stark von E- Mails und Abstimmungen geprägt. Man hat zwar einen Plan, doch ständig kommen ungeplante Dinge dazwischen. Genau diese Dynamik liebe ich und sie treibt mich an, weil sie den Job nie langweilig werden lässt. Womit beschäftigst du dich zurzeit? Der Mai ist ein Monat mit vielen schönen Veranstaltungen und Planungen für das Herbstsemester. Ein Highlight ist be- stimmt der «SmallTalk», der jedes Jahr für die Studierenden des 6. Semesters stattfindet. Gleichzeitig bin ich bereits damit beschäftigt, die Plätze für die Blockkurse zu verteilen. Fun Facts Kaffee oder Tee? Kaffee Hund oder Katze? Hund Frühaufsteher oder Nachteule? Kein bestimmter Chrono- typ Lieblingsort? Natur Lieblingsessen? Spaghetti auf 100 und 1 Art Traumurlaubsziel? Galapagos Inseln Geheimes Talent? Jonglieren zwischen Studierenden, Leh- renden und Verwaltung und dabei mehr Platz für die Stu- dierende zu schaffen ohne den Ball zu verlieren :) «Anja hat ein unglaubliches Gedächtnis — sie kann sich wirklich an ALLES erinnern!» Simone Chambers über die Super-Power von Anja Car 33 SNI INSight Juni 2026

          Simone Chambers – Arbeitet gerne mit Menschen zusammen Ich kümmere mich in der Studienkoordination um die Admi- nistration. Das beinhaltet viele verschiedene Bereiche, wie zum Beispiel die Spesen/Honorare oder die Organisation der Evaluationen von Blockkursen und Vorlesungen. Es gibt au- sserdem einige Events wie z.B. den SmallTalk oder die Mas- terfeier, bei denen ich in der Organisation mithelfe. Nach einem internen Weiterbildungskurs werde ich in Zukunft auch unsere Homepage up-to-date halten können. Was ist dein beruflicher Hintergrund? Nach meiner Ausbildung zur Industriekauffrau (Roche) und- sieben Monaten als Au Pair in London war ich im Tourismus auf Kreta und in der Türkei tätig. Nach der anschliessenden Ausbildung zur Fremdsprachenhostess (NSH/Berlitz) in Basel organisierte ich 15 Jahre lang VIP-Flüge bei der Crossair/Swiss Int Airlines. Seit 2010 arbeite ich an der Universität Basel in der Philosophie und seit Dezember 2019 zusätzlich noch in der Studienkoordination des SNI. Was treibt dich in deinem Job an? Ich mag vor allem die Abwechslung bei uns in der Studien- koordination. Viele Arbeiten wiederholen sich nur 1–2 Mal pro Jahr, das macht es nie langweilig. Ich freue mich auch, wenn Events reibungslos verlaufen und alle zufrieden sind. Zudem arbeite ich sehr gerne mit Menschen zusammen. Womit beschäftigst du dich zurzeit? Zur Zeit sind wir gerade daran alles für den SmallTalk Event am 13. Mai vorzubereiten. Da braucht es ein Vesper, ein Cate- ring, es braucht Urkunden, Namensetiketten, Geschenke und vieles mehr. Parallel beginnt nun auch wieder die Organisa- tion der Blockkurse, da hat jeder von uns seine ganz eigenen Aufgaben. Fun Facts Kaffee oder Tee? Kaffee, aber im Winter auch gerne mal Tee Hund oder Katze? Katze, aber ich liebe auch Hunde Frühaufsteher oder Nachteule? Frühaufsteher Lieblingsort? Zuhause und am Meer Lieblingsessen? Thailändisch und frischer Spargel Traumurlaubsziel? Island Geheimes Talent? Ich kann mir absolut keine Filme merken, weiss dafür aber unnötigerweise sehr gut, welche Schau- spieler:innen in welchem Film mitgespielt haben. «Empathie zeigen, andere Menschen mit Verständnis und Freundlichkeit behandeln und mit einem offenen Lächeln eine angenehme und motivierende Atmosphäre verbreiten.» Anja Car über die Super-Power von Simone Chambers 34 SNI INSight Juni 2026

          Sandra Hüni – Liebt es, wenn kein Arbeitstag wie der andere ist Ich arbeite im vielseitigen und spannenden Event- und Outreach- Bereich des SNI. Von der Organisation, Durchführung bis zur Nachbearbeitung eines Events oder einer Outreach-Aktion bin ich mit dabei. Was ist dein beruflicher Hintergrund? Meinen beruflichen Einstieg machte ich mit einer Kaufmänni- schen Banklehre beim Schweizerischen Bankverein. Nach erfolg- reichem Abschluss blieb ich dem Unternehmen treu und arbeitete als Anlageberaterin für Auslandskunden. Später wechselte ich als schweizweite Kassenfachverantwortliche inklusive dem Produkt- management der verschiedenen Kassenprodukte zu einer ande- ren Schweizer Grossbank. Ich wollte dann aber auch die Arbeits- welt ausserhalb einer Bank kennenlernen und wurde daher 2006 Assistentin des Präsidenten der Schweizerischen Physikalischen Gesellschaft (SPG), bevor ich dann 2008 beim SNI zu arbeiten begann. Was treibt dich in deinem Job an? Ich finde es spannend, dass kein Arbeitstag gleich wie der andere ist und dass bei der Arbeit Kreativität gefragt ist. Es ist ein sehr schönes Gefühl, wenn bei einem Anlass alles geklappt hat und alle zufrieden sind. Ich schätze auch, dass die Arbeit in einem tollen Team stattfindet. Womit beschäftigst du dich zurzeit? Zurzeit bin ich an den Vorbereitungsarbeiten für das Annual Mee- ting 2026 und freue mich schon heute, den einen oder die andere von euch in Meisterschwanden zu treffen.... ;-) Fun Facts Kaffee oder Tee? Tee Hund oder Katze? ich trage Katzenhaare mit mir rum Frühaufsteher oder Nachteule? Ein Mix aus beidem Lieblingsort: Schöne Orte gibt es viele. Einer davon ist auf dem Foto Lieblingsessen: Italienische, österreichische und schweize- rische Küche Letztes Urlaubsziel? Hoch über dem Thunersee mit wun- derschöner Aussicht – es war herrlich! Geheimes Talent: Feiner Geruchssinn – ich rieche Vieles bevor ich es sehe. «Detailzoom: Sandra behält das grosse Ganze im Blick und alle Variablen in der Hand. Ihr Auge für das Detail ist unglaublich. Manche munkeln sie hat eine Kristallkugel, mit der sie Events und mögliche Verläufe betrachten kann, um mögliche Gefahren zu umgehen und Vorkehrungen zu treffen.» Kerstin Beyer-Hans über die Super-Power von Sandra Hüni 35 SNI INSight Juni 2026

          Jörg Huwyler – Geniesst besonders die Zusammenarbeit mit Kolleg:innen aus anderen Disziplinen Ich leite am Departement Pharmazeutische Wissenschaften die Abteilung für Pharmazeutische Technologie und beschäf- tige mich zusammen mit meiner Forschungsgruppe mit der Freisetzung von pharmazeutischen Wirkstoffen und dem ge- zieltem Wirkstofftransport unter Verwendung verschiedener Trägersysteme. Im SNI bin ich als Vorsitzender der Unterrichtskommis- sion für die Weiterentwicklung und Qualitätssicherung des Studiengangs Nanowissenschaften verantwortlich. Ich arbeite dabei eng mit der Studienkoordination zusammen, insbeson- dere bei der Überprüfung von Reglementen und Richtlinien, der Beratung und Entscheidungsfindung in Härtefällen sowie bei weiteren administrativen Aufgaben wie der Anrechnung von Kreditpunkten oder der Genehmigung von Learning Con- tracts. Was ist dein beruflicher Hintergrund? Nach meinem Doktorat in Biochemie am Biozentrum der Uni- versität Basel habe ich im Rahmen von Forschungsprojekten am Universitätsspital Basel und an der Universität von Kali- fornien in Los Angeles (UCLA) gearbeitet. In dieser Zeit habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wie Medikamente über die Blut-Hirn Schranke in das Zentralnervensystem transport wer- den und wie man diese Prozesse beeinflussen kann. Während der anschliessenden Zeit in der Pharmaforschung bei der Firma F. Hoffmann-La Roche konnte ich dieses Wissen als Phar- makokinetiker bei der Entwicklung von Medikamenten an- wenden. Ich habe mich 2003 an der Universität Basel in Phar- mazie habilitiert und 2010 einen Ruf an die Unversität Basel angenommen. Hier arbeitet mein Team an Trägersystemen für Wirkstoffe. Dies sind zum einen Mikrokapseln, die mit Wirkstoffen beladen werden und die sich zu Tabletten verar- beiten lassen – wovon Kinder im Kinderspital Basel bereits profitieren. In meinem zweiten Forschungsschwerpunkt er- forschen wir Lipid-Nanopartikel für die Gentherapie. Was treibt dich in deinem Job an? Es gibt viele Dinge bei meiner Arbeit, die mich interessieren und mir Spass machen. Besonders geniesse ich die Zusammen- arbeit mit Kolleg:innen anderer Disziplinen und auch von an- deren Universitäten, z.B. Kopenhagen oder Toyama (Japan). So bin ich beispielsweise an einer Stiftung beteiligt, mit der wir Studierende unterstützen, eine Masterarbeit in Toyama zu ab- solvieren. Ich lese dann deren schöne Berichte, schaue die Fo- tos an und bin ein kleines bisschen eifersüchtig ;-). In meiner Freizeit bin ich gerne in und am Wasser – sei es im Ruderboot auf dem Rhein oder beim Segeln. Fun Facts Kaffee oder Tee? Tee Hund oder Katze? Hund und Katze Frühaufsteher oder Nachteule? Frühaufsteher Lieblingsort? Mit Freunden im Schwarzwald Lieblingsessen? Plov Letztes Urlaubsziel? Kopenhagen, Besuch eines Freundes an der Universität Geheime Sehnsucht? Fliegen «Jedes Jahr freuen sich das SNI-Managementteam und ich schon sehr auf Jörgs Ansprache bei unserer Master-Abschlussfeier. Seine Geschichten sind stets inspirierend und vermitteln den Absolvent:innen die wichtige Weisheit für ihren weiteren Lebensweg.» Martino Poggio über die Super-Power von Jörg Huwyler 36 SNI INSight Juni 2026

          Der Jahresbericht liefert jedes Jahr einen unterhaltsamen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten in dem inter- disziplinären SNI-Netzwerk. So präsentiert auch der Jah- resbericht 2025 Highlights aus den Bereichen Ausbildung (Bachelor bis Doktorat), grundlagenwissenschaftliche und angewandte Forschung, Dienstleistungen des Nano Tech- nology Centers, Netzwerk und Outreach. Für alle, die tie- fer in die Forschungsthemen aus dem Nano-Argovia-Pro- gramm und der Doktorandenschule einsteigen wollen, bietet das wissenscahftliche Beiheft reichlich spannende Information. Weitere Information: Animierte Version Jahresbericht 2025 Druckversion Jahresbericht 2025 Wissenschaftliche Beiheft 2025 SNI-Jahresbericht: Bildung, Forschung, Dienst- leistungen und Netzwerk 37 SNI INSight Juni 2026

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          Kinder und Jugendliche begeistern Das Outreach-Team des SNI weckt mit spannenden Experimenten und interaktiven Aktivitäten die Begeisterung von Kindern und Jugendlichen für die Naturwissenschaften – ob bei Schulklassenbesuchen an der Universität Basel oder auf Messen, Science Festivals und anderen öffentlichen Anlässen. Einige der besuchten Veranstaltungen erwähnen wir unter den Neuigkeiten aus dem SNI-Netzwerk. 39 SNI INSight Juni 2026

          Neuigkeiten aus dem SNI-Netzwerk Christoph Gerber: Ein Leben für die Nanowissenschaften Am 3. März 2026 vor 40 Jahren veröffentlichten Gerd Binnig, Carl Quate und Christoph Gerber die Erfindung des Rasterkraftmikroskops. Auch mit 83 Jahren gibt Christoph Gerber seine Begeisterung für dieses besondere Mikroskop weiter, das die Er- forschung der Nanowelt überhaupt erst möglich gemacht hat. Lesen Sie mehr über Christoph Gerber und diese bahnbrechende Erfindung. SNI-Post mit Video Einlagige Nanoschicht-MOFs: Grosses Potenzial für vielseitige Anwendungen Einem internationalen Team aus dem SNI-Netzwerk ist es gelungen, an der Grenzfläche zwischen Luft und einer Flüssigkeit ultra-dünne, geordnete Schichten aus Me- tall-organischen Gerüsten (MOFs) herzustellen. Die Stu- die eröffnet neue Wege für die Entwicklung von Nano- materialien mit massgeschneiderten Eigenschaften. Die Forschenden veröffentlichten ihre Ergebnisse kürzlich in dem Wissenschaftsjournal «Small Structures». SNI-Post mit Video Originalpublikation ACS Nano Impact Award für Veröffentlichung über steuerbare Quanteneffekte Der ACS Nano Impact Award geht dieses Jahr an ein Forschungsteam von den Universitäten Basel und Bern. Die Forschenden erhalten diesen Preis für eine Publikation in der Wissenschaftszeitschrift «ACS Nano». Sie beschreiben darin, dass sie einzelne Moleküle auf einem Supraleiter präzise anordnen und ihre Quanteneigenschaften gezielt steuern können – was für die Entwicklung von Quanten- technologien von grosser Bedeutung ist. SNI-Post Originalpublikation Mithilfe der Spitze eines Rastertunnelmikroskops lassen sich die Spins einzel- ner Tetrabromo-Tetraazapyren-Derivat-Moleküle «umschalten» (zwischen I und 0). Ketten aus den Molekülen weisen regelmässige Muster der Quantenzu- stände auf. (Bild: R. Pawlak, Department Physik, Universität Basel) In einem kurzen Video erklärt der ehemalige SNI-Doktorand Ajmal Roshan Unniram Parambil wie die dünnen Nanoschicht-MOFS hergestellt werden. 40 SNI INSight Juni 2026

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                  Bakterien mit eingebautem Kompass Manche Bakterien sind winzige Meister der Navigation: Mit einem eingebauten «Kompass» aus magnetischen Nanopartikeln finden sie zielsicher den optimalen Le- bensraum. Forschende der Universität Basel haben nun die magnetischen Eigenschaften einzelner Bakterien entschlüsselt – ein wichtiger Schritt, um ihr Potenzial für Technik, Umweltforschung und medizinische An- wendungen zu nutzen. SNI-Post mit Video Originalpublikation Sensorsystem für schwer unterscheid- bare, flüchtige Duftstoffe Terpene spielen eine wichtige Rolle für Umwelt, Klima und Gesundheit, sind jedoch analytisch teilweise schwer zu unterscheiden. Forschende aus dem SNI-Netzwerk ha- ben nun ein neues Sensorsystem auf Basis von Platin- Nanostrukturen entwickelt, mit dem die optische Diffe- renzierung von Terpenen auf molekularer Ebene gelingt. SNI-Post Originalpublikation Besserer Zahnersatz: Neue Erkenntnisse zu dentalem Zirkonoxid Forschende aus dem SNI-Netzwerk haben neue Erkennt- nisse darüber gewonnen, welche Faktoren die Oberflä- chen- und mechanischen Eigenschaften von dentalem Zirkonoxid massgeblich beeinflussen. In der Fachzeit- schrift «Ceramics International» berichten sie, dass Po- lieren die Festigkeit der Proben erhöht und eine an- schliessende Wärmebehandlung zu einer definierten Oberfläche mit exponierten Kristallkörnern führt. Auch der Yttriumgehalt spielt eine entscheidende Rolle für die Eigenschaften. SNI-Post Originalpublikation Bestimmte Duftstoffe wie Terpene liegen in zwei spiegelbildlichen For- men vor. Diese lassen sich zwar teilweise von der menschlichen Nase unterscheiden, sind aber aufgrund ihrer grossen Ähnlichkeit technisch nicht immer leicht auseinanderzuhalten. Mithilfe von Nanostrukturen auf Platinbasis haben die Forschenden einen vielversprechenden Ansatz für eine «künstliche Nase» zur Unterscheidung von Terpenen entwickelt. (Abbildung: A. Huber, ehemals Swiss Nanoscience Institute und Departe- ment Chemie, Universität Basel, CC BY 4.0) Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme von fünf verschiedenen Zirkon- oxidmaterialien mit gesinterter (m), polierter (p) und temperaturbehandelter Oberfläche, die vorher poliert war (t). (Bild: N. Rohr, UZB) Der ehemalige SNI-Dokotorand Mathias Claus und sein Betreuer Boris Gross haben die magnetischen Eigenschaften bestimmter Bakterien untersucht. 41 SNI INSight Juni 2026

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                      Quantenmessungen mit verschränkten Atomwolken Forschende der Universität Basel und des Labora- toire Kastler Brossel haben gezeigt, wie sich mit- hilfe quantenmechanischer Verschränkung meh- rere physikalische Parameter gleichzeitig genauer messen lassen. Meldung Universität Basel Originalpublikation Licht polt Magneten um Forschenden der Universität Basel und der ETH Zürich ist es gelungen, einen besonderen Ferromagneten mit- hilfe eines Laserstrahls umzupolen. Mit dieser Methode könnten zukünftig anpassbare elektronische Schalt- kreise mit Licht erzeugt werden. Meldung Universität Basel Originalpublikation Mit einem Laserpuls (blau) konnten die Forschenden einen ferromagneti- schen Zustand in einem speziellen Material aus verdrehten atomaren Lagen (rot) umpolen. (Illustration: Enrique Sahagún, Scixel / Universität Basel, Departement Physik) Mit drei Atomwolken, deren Spins (blau) auf Distanz miteinander ver- schränkt sind, können die Forschenden die räumliche Änderung eines elekt- romagnetischen Feldes ausmessen. (Illustration: Enrique Sahagún, Scixel / Universität Basel, Departement Physik) Energiefluss im Halbleiter: Neue Einblicke dank ultraschneller Spektroskopie Ein Forschungsteam der Universität Basel hat erstmals in bisher unerreichter Detailgenauigkeit beobachtet, wie Energie in einem Halbleitermaterial nach der An- regung mit extrem kurzen Laserpulsen weiterfliesst. Diese Energieflüsse besser zu verstehen bildet eine wichtige Grundlage für effizientere elektronische Ge- räte und Computerchips. SNI-Post mit Video Originalpublikation In einem kurzen Video erklären Grazia Raciti und Begoña Abad Mayor wie sie den Energiefluss in einem Halbleitermaterial in bisher unerreichter Detail- genauigkeit beobachten können. 42 SNI INSight Juni 2026

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                          Kinderlabor Landquart: Wenn Kinder zu Wissenschafts- Coaches werden Ende Mai war das SNI zu einem Workshop der «TecJu- niors by SATW» im Kinderlabor Landquart eingeladen. Die Kinder lernten zunächst in selbst durchgeführten Experimenten verschiedene Aspekte der Nanowelt ken- nen. Anschliessend hielt Dr. Kerstin Beyer-Hans einen Vortrag über Nanowissenschaften und Nanotechnolo- gie. Das Highlight folgte sogleich: Die Kinder präsen- tierten ihre Experimente den rund 60 Erwachsenen und erklärten, was sie kurz zuvor selbst gelernt hatten. Ein neues Konzept für das SNI-Team – und ein voller Erfolg! SNI-Post mit Video Kinderlabor Landquart n 3 : Nano – Now & Next: Eine tolle Veranstaltung zur Orientierung für Nano-Studierende Wie bewältige ich mein Studium? Wie geht’s weiter im Master? Wie finde ich heraus, was ich danach ma- chen möchte? Und wie bereite ich mich darauf vor? Viele Fragen, die jede und jeder ganz unterschied- lich beantworten kann. Der Vorstand der AlumniNano- Organisation hat nun die neue Veranstaltung «n 3 : Nano – Now & Next» ins Leben gerufen, um die Stu- dierenden der Nanowissenschaften bei der ganz indi- viduellen und gar nicht so leichten Beantwortung dieser Fragen zu unterstützen. SNI-Post Selbst experimentieren, zuhören und dann die Erwachsenen anleiten - ein erfolgreiches Konzept für den Besuch des SNI im Kinderlabor Landquart. (Bilder; K. Beyer-Hans und E. Flury-Schneller) Wertvolle Tipps und Information fürs Studium und die Zeit danach bietet die neue Veranstaltung n 3 , die der Vorstand der AlumniNano-Organisation ins Leben gerufen hat. 43 SNI INSight Juni 2026

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                          SmallTalk: Auch in diesem Jahr mit exzellenten Präsentationen Wir gratulieren allen Nano-Studierenden, die in die- sem Jahr beim «SmallTalk» Ergebnisse aus ihren Block- kursen präsentiert haben. Am Ende ihres Bachelor- studiums in Nanowissenschaften halten sie einen Vortrag und präsentieren anhand eines Posters, was sie im Rahmen der dreiwöchigen Praktika in ganz un- terschiedlichen Forschungsgruppen gelernt haben. SNI-Post mit Video NanoTec Apéro: Einblicke in angewandte Forschung im Nano-Argovia-Programm Der diesjährige NanoTec Apéro fand an der Hochschule für Technik und Umwelt FHNW statt und bot spannende Einblicke in angewandte Forschungsprojekte im Rah- men des Nano-Argovia-Programms des SNI. Den Auftakt machte eine abwechslungsreiche Lab- ortour, bei der die Teilnehmenden vier verschiedene Labore kennenlernen und einen direkten Einblick in die Forschungsarbeit vor Ort erhalten konnten. Es folg- ten vier Vorträge zu laufenden und abgeschlossenen Nano-Argovia-Projekten sowie zu der neuen Möglich- keit für Machbarkeitsstudien. Bei den wissenschaftli- chen Projekten lag der Fokus dieses Jahr auf den The- men Optik und Quantentechnologie – einem vielfälti- gen und innovativen Forschungsbereich. SNI-Post Bei SmallTalk geht es um Wissenschaft. Anhand von Präsentationen und einer lebhaften Postersession präsentieren Studierende ihre Ergebnisse aus den Blockkursen. Der NanoTec Apéro bietet eine tolle Gelegenheit die Partner im SNI-Netzwerk und ihre Forschung kennen zu lernen und sich über angewandte Forschungs- projekte im Nano-Argovia-Programm auszutauschen. 44 SNI INSight Juni 2026

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                              NanoCubes im Museum Burghalde in Lenzburg Im Museum Burghalde Lenzburg gibt es ab Sonntag 17. Mai Einblicke in die Mikro- und Nanowelt. Integ- riert in die Dauerausstellung liefern fünf NanoCubes anhand von elektronenmikroskopischen Bildern eine neue Perspektive auf Ausstellungsobjekte. SNI-Post mit Video Wissenschaft im Kinderspital Ende April waren wir zu Gast im Kinderspital Aarau und konnten dort Wissenschaft auf unterhaltsame Art und Weise direkt zu den Kindern bringen. Am Vormittag standen spannende Optik-Ex- perimente auf den Stationen im Mittelpunkt. Am Nachmittag konnten Eltern und Patient:innen mit zahlreichen kleinen Experimenten im Emp- fangsbereich in die Welt der Nanowissenschaften und Naturwissenschaften eintauchen. SNI-Post mit Video Bei einem Presseanlass im Museum Burghald Lenzburg stellte das Team vom Museum Burghalde und dem SNI die neuen NanoCubes vor, die nun einen Ein- blick in die Welt der ganz kleinen Strukturen erlauben. Das Outreach-Team des SNI bot Kindern im Spital eine lehrreiche, interaktive Abwechslung. 45 SNI INSight Juni 2026

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                                  Retorik-Kurs der SNI- Doktorandenschule: Wissenschaft lebendig vermitteln Am 16. und 17. April 2026 haben Doktorierende der SNI-Doktorandenschule den lehrreichen und praxisnahen Rhetorik-Kurs absolviert. Unter fachkundiger Anleitung des Wissenschaftsjour- nalisten Atlant Bieri konnten die jungen Nach- wuchsforschenden anhand zahlreicher Übungen erfahren, worauf es bei guter Kommunikation ankommt. Sie lernten, ihre wissenschaftlichen Inhalte spannend und verständlich zu präsentie- ren, auch in schwierigeren Interviewsituationen sicher und kompetent aufzutreten und mit Kolleg:innen respektvoll zu diskutieren. SNI-Post Industrienacht: Ein erfolgreicher Abend Das Swiss Nanoscience Institute hat am 24. April zum ersten Mal an der Industrienacht teilgenommen und es war ein voller Erfolg. Von 17 bis 24 Uhr besuchten zahl- reiche Besucher:innen im Pharmazentrum der Univer- sität Basel das SNI-Angebot. SNI-Post mit Video Bis nach MItternacht strömten Besucher:innen ins Pharmazentrum, um sich Vorträge über Nano Imaging anzuhören und zu experimentieren. Einmal während ihrer Zeit in der SNI-Doktorandenschule absolvieren die Dokto- rierenden einen Workshop in Rhetorik und Kommunikation. (Bilder: A. Baum- gartner) 46 SNI INSight Juni 2026

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                                  Nano Imaging User Event 2026: Spannende Vielfalt an unterstützten Forschungsprojekten Ein äusserst interessanter und kurzweiliger Vormittag bot zahlreiche eindrucksvolle Beispiele dafür, welche zentrale Rolle detailgenaue Bildgebung in modernen Forschungsprojekten spielt. Der User Event 2026 des Nano Imaging Labs gewährte Nutzer:innen und Inte- ressierten aus verschiedenen Departementen und In- stitutionen einen vielfältigen Einblick in Projekte, zu denen das Nano Imaging Lab mit seinem fünfköpfigen Team und seiner Infrastruktur beigetragen hat. SNI-Post Nanoscience in the Snow: Die Winterschule des SNI Die einmal im Jahr stattfindende Winterschule «Nano- science in the Snow» fand dieses Jahr in Waltensburg/ Vuorz statt. Drei Tage lang erwartete die Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Programm: Vorträge von Dok- torierenden und Forschenden, eine lebhafte Posterses- sion, viel Raum für Diskussionen über aktuelle For- schungsfragen – und natürlich auch Spass im Schnee. Die Winterschule ist eine ideale Gelegenheit, die eigene Forschungsarbeit einem breiteren Publikum zu präsentieren und gleichzeitig neue Einblicke in andere nanowissenschaftliche Themen zu gewinnen. Alessan- dro Bruno gewann dieses Jahr den Best Poster Award. SNI-Post Einmal im Jahr geben Nutzer:innen des Nano Imaging Labs einen Einblick in ihre spannende Forschung, die das Nano Imaging Lab unterstützt. Wissenschaft und Netzwerken stehen jedes Jahr im Fokus bei der Winter- schule «Nanoscience in the Snow». (Bilder: A. Baumgartner, A. Grimm) 47 SNI INSight Juni 2026

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                                  Bei Besuchen von Schüler:innen stellt das SNI-Team ein abwechslungsreiches Programm zusammen, das einen Einblick in die Nanowissenschaften bietet. Einblicke in die Nanowelt: Schüler:innen der Alten Kantonsschule Aarau zu Gast am SNI Im Januar 2026 hatten wir Besuch von Schüler:innen der Alten Kantonsschule Aarau, die im Rahmen einer von IngCH organisierten Technikwoche eine Einfüh- rung in die Nanowissenschaften erhielten. Nach einem kurzen Theorieteil konnten die Schüler:innen anhand eines Experimente-Parcours verschiedene Facetten der Nanowissenschaften selbst erkunden – vom AFM (Ras- terkraftmikroskop) über Lotuseffekt und strukturellen Farben zu UV-sensitiven Perlen. Zudem bekamen sie einen Einblick in den interdisziplinären Studiengang Nanowissenschaften an der Universität Basel und er- lebten bei einer Laborführung, wie echte Forschung auf der Nanometerskala aussieht. SNI-Post 48 SNI INSight Juni 2026

                                  SNI INSight Einblicke in Forschung und Aktitvitäten am Swiss Nanoscience Institute Impressum: Designvorschlag: STUDIO NEO Konzept, Text und Layout: C. Möller, M. Poggio Korrektorat: C. Wirth Bilder: C. Möller und angegebene Quellen © Swiss Nanoscience Institute, Juni 2026 Titelbild: Kalziumkarbonat kommt auch in einer bisher unbekannten, mandelförmigen Kristallstruktur vor. Diese wird im Nano-Argovia-Projekt μAlmond untersucht. (Foto: A. Stumpo, FHNW und Universität Basel) 49 SNI INSight Juni 2026

                                  Universität Basel Petersplatz 1 Postfach 2148 4001 Basel Schweiz www.unibas.ch Swiss Nanoscience Institute Universitat Basel Klingelbergstrasse 82 4056 Basel Schweiz www.nanoscience.ch Educating Talents since 1460.