Raphael Pauli ist über Internetrecher- chen 2019 zum Studium der Nanowissen- schaften an die Universität Basel gekom- men. Nach seiner Zeit an der Kantons- schule Baden war ihm klar, dass es ein Studiengang im Bereich von Physik, Che- mie und Biologie sein sollte. «Das Nano- studium bot den breitesten Einstieg und erst später eine Spezialisierung – daher habe ich mich dafür entschieden», erin- nert sich Raphael. Während des Studiums war es dann vor allem das grosse Angebot an prakti- schen Aktivitäten, die für ihn ein High- light waren. «Praktika und vor allem die Forschung in den verschiedenen Gruppen im Rahmen der Blockkurse sowie der Pro- jekt- und Masterarbeiten haben mir be- sonders Spass gemacht», sagt er. Ausrichtung auf biotechnologisch- medizinische Themen Durch die Vielfalt des Angebots wurde ihm im Laufe des Bachelorstudiums dann immer klarer, dass es für die Zukunft eher eine biologisch-medizinische Ausrich- tung mit den Medizinischen Nanowissen- schaften als Schwerpunkt im Master sein sollte. Passend dazu wählte er seine Pro- jektarbeiten am Unispital und im Phar- mazentrum aus. Recht früh war ihm zu- dem klar, dass er nach dem Studium gleich eine Anstellung suchen wollte und eine Doktorarbeit für ihn nicht in Frage Alternativen für die Krebs- Diagnostik erforscht Raphael Pauli bekommt den Masterpreis Der Preis für die beste Masterarbeit geht dieses Jahr an Raphael Pauli. Er hat bei BÜHLMANN Laboratories kleine synthetische Proteine untersucht, die in Zukunft bei der Darmkrebs-Diagnostik eine Rolle spielen könnten. Erfolgversprechende synthetische Alternative Bisher werden in solchen Tests Antikör- per aus dem Blut von Kaninchen verwen- det – jedoch ist BÜHLMANN Laboratories an einer synthetischen Alternative inter- essiert und da kommt die Arbeit von Ra- phael ins Spiel. «Eine vielversprechende Option sind künstlich hergestellte, kleine Proteine (Sybodies), die im Labor entworfen und in Zellkulturen produziert werden kön- nen, sodass sie gezielt an bestimmte Mo- leküle binden» erklärt Raphael Pauli. Die bisher getesteten Sybodies zur Hämoglo- bin-Erkennung hatten jedoch das Prob- lem, dass sie sich zu schnell wieder von ihrem Zielmolekül lösten, was sie für zu- verlässige Tests ungeeignet machte. In seiner Masterarbeit verfolgte Ra- phael nun den Ansatz, das System stabiler zu machen, indem mehrere Sybodies zu grösseren Komplexen zusammengefügt werden – ähnlich wie natürliche Antikör- per, die sich auch aus jeweils vier Unter- einheiten zusammensetzen. Der junge Aargauer stellte dazu mit- hilfe von Zellkulturen verschiedene Sy- body-Varianten mit einer unterschiedlich grossen Anzahl von Sybodies her. Anhand von ELISA-Tests testete er gleichzeitig die Expression der Konstrukte und deren Bin- dung an Hämoglobin. Mithilfe der Bio- Layer-Interferometry konnte Raphael kam. Um für die Jobsuche wertvolle Er- fahrung zu bekommen, strebte er daher eine Masterarbeit in der Industrie an. Über Kontakte innerhalb des Nano- Netzwerks kam er in Kontakt mit dem ehemaligen Nano-Absolventen Dr. Mi- chael Gerspach bei BÜHLMANN Labora- tories, der Raphaels Anfrage innerhalb seiner Firma weiterleitete. Masterarbeit rund um Darmkrebs- Diagnostik So stiess Raphael zum Team von Dr. Sara Bantleon, Lead Manager Industrial Engi- neering & Business Excellence bei BÜHL- MANN Laboratories. Im Rahmen der sechsmonatigen Mas- terarbeit beschäftigte sich Raphael mit kleinen synthetischen Proteinen, soge- nannten Sybodies, die in Zukunft eine Rolle bei der Darmkrebsdiagnostik spie- len könnten. «Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten weltweit, die sich nur bei ei- ner frühen Diagnose gut behandeln lässt», erklärt Sara Bantleon, die Raphael betreut hat. «Wir entwickeln daher einen sensitiven immunochemischen Labor- test, der bereits kleinste Mengen an Hä- moglobin – also Blut – in Stuhlproben quantitativ nachweist. Damit weisen wir ein wichtiges Warnsignal für Darmkrebs oder dessen Vorstufen, sogenannte Darm- polypen, nach.» 4 SNI INSight Juni 2026
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