Chronische Lebererkrankungen sind ein globales Gesundheitsproblem. Sie betreffen etwa 1.5 Milliar- den Menschen und sind für etwa 4 % aller jährlichen Todesfälle verantwortlich. Die Krankheit entwickelt sich oft schleichend: Sie kann mit einer Fettleber beginnen und sich über Entzündungen bis hin zu Vernarbungen und schliesslich zu einer Leberzir- rhose verschlimmern. Vielfältige Wechselwirkungen spielen eine Rolle Bisherige Modelle, wie zweidimensionale Zellkultu- ren, können die komplexen Wechselwirkungen zwi- schen den verschiedenen beteiligten Leberzellen nur unzureichend abbilden. Diese Wechselwirkungen sind jedoch entscheidend, um das Fortschreiten der Krankheit zu verstehen und Methoden zur Behand- lung zu entwickeln. Moderne 3D-Zellkulturen könn- ten da bessere Lösung anbieten, da sie die natürliche Leberbiologie nachahmen. Die Forschenden im Nano-Argovia-Projekt Nano- DiLi unter Leitung von Dr. Joachim Köser (Hochschule für Life Sciences FHNW) haben sich nun zum Ziel gesetzt, eine innovative Plattform für die nanome- chanische Analyse von Leber-Mikrogeweben zu ent- wickeln. Dazu kombinieren die Forschenden ein spe- zielles auf Rasterkraftmikroskopie basierendes Mess- gerät mit einem im Projekt neu entwickelten Proben- halter, der eine zerstörungsfreie und sequenzielle Untersuchung mehrerer Mikrogewebe ermöglicht. Vergleich mit bekannten Biomarkern Im Rahmen des Projekts vergleichen die Forschen- den die nanomechanischen Messungen von gesun- dem und krankem Lebergewebe mit klassischen biochemischen Markern. Zudem stellen sie ge- mischte Zell-Mikrogewebe her, um die Krankheits- entwicklung genau zu studieren und bekannte Wirk- stoffe gegen Fibrose und Fettleber zu testen. Durch die Bereitstellung von benutzerfreundli- cher Hardware und robusten Protokollen soll die nanomechanische Analyse für Forschungslabore und industrielle Untersuchungen zugänglich gemacht werden. Langfristig könnte das Projekt dazu beitra- gen, Tierversuche in der Leberforschung zu reduzie- ren und neue Anwendungen in der Tumorbiologie und im Gewebeengineering zu fördern. Mit dem AFM Leber- erkrankungen auf der Spur Im Nano-Argovia-Projekt NanoDiLi entwickelt ein interdisziplinäres Team eine innovative auf Rasterkraftmikroskopie basierende Platt- form, um nanomechanische Analysen von dreidimensionalen Mikro- Lebergeweben durchzuführen. Die Forschenden möchten damit die Entwicklung von chronischen Lebererkrankungen studieren und be- kannte Wirkstoffe im Labor gegen Vernarbungen und Fettleber testen. Kooperation von: Hochschule für Life Sciences FHNW Hochschule für Technik und Umwelt FHNW Artidis AG (Basel- Stadt) Weitere Informationen: Nano-Argovia- Programm Hochschule für Life Sciences FHNW Hochschule für Technik und Umwelt FHNW Artidis «NanoDiLi wird ARTIDIS dabei unter- stützen, AFM-basierte nanomechanische Messungen als ergänzende Messgrössen für fortschrittliche in-vitro-Lebermodelle auszuwerten. Durch den Vergleich mecha- nischer Signale mit etablierten biologi- schen Markern wird das Projekt deren Relevanz für die Krankheitsmodellierung und präklinische Tests bewerten und gleichzeitig die zukünftige translationale Entwicklung gemeinsam mit Expert:innen für Lebermodelle und ausgewählten Akteuren aus der Industrie fördern.» Dr. Marko Loparic, ARTIDIS AG 12 SNI INSight Juni 2026 Nano-Argovia-Programm

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