Nanostrukturierte Zahnimplantate aus Keramik Im Nano-Argovia-Projekt ZIRYT untersucht ein interdisziplinä- res Team, wie sich mit Hilfe einer nanostrukturierten Oberflä- che keramische Zahnimplantate aus Zirkonoxid herstellen las- sen, die eine ästhetische und metallfreie Alternative zu Titan- implantaten bieten. Die Forschenden haben damit begonnen durch eine gezielte Wärmebehandlung von Zirkonoxid eine nanostrukturierte Oberfläche herzustellen. Zirkonoxid bildet unter Wärmeeinwir- kung an der Oberfläche ein charakteristisches Gefüge aus, ba- sierend auf der vorliegenden kristallinen Struktur des Materials. Die Oberflächenstruktur soll dafür sorgen, dass das Implantat gut in den Knochen integriert wird. Die Forschenden haben zunächst verschiedene Protokolle zur Herstellung der Nanostrukturen entwickelt und getestet. Anhand verschiedener Analysemethoden hat das Team dann begonnen die unterschiedlichen Strukturen zu charakterisieren und alles vorbereitet, um im zweiten Jahr des Projekts die In- teraktion zwischen Implantatmaterial und verschiedenen Zell- linien zu untersuchen. Sie werden so die ideale Oberflächen- struktur ermitteln und die Herstellungsbedingungen dafür definieren. Auf diese Weise trägt das Projekt dazu bei, die Her- stellung der nächsten Generation von Zahnimplantaten aus Zirkonoxid zu erleichtern, damit möglichst viele Patient:innen davon profitieren können. Kooperation von: Universitäres Zentrum für Zahnmedizin Basel UZB // Hochschule für Life Sciences FHNW // Institut Straumann AG (Basel) Projektbeschreibung: https://bit.ly/40cNFfV «Wir sind der Überzeugung, dass Zahnimplantate auf Zirkonoxidbasis in den nächsten Jahren einen bedeutenden Marktanteil erlangen können. Aus diesem Grund sind wir besonders an den Resultaten des ZIRYT Projekts interessiert, welches das Potenzial besitzt, sowohl die Komplexität des Herstellungsprozesses als auch die klinischen Ergebnisse unse rer Produkte zu optimieren – zum Nutzen der Patient:innen. Unsere langjährige und erfolg reiche Kooperation mit dem UZB, der Universität Basel und der FHNW bestärkt uns darin, deren exzellente Forschungsar beit weiterhin zu unterstützen.» Dr. Raphael Wagner, Institut Straumann AG Bei regelmässigen Team-Meetings tauschen sich die Forschenden vom UZB der Universität Basel, der Hochschule für Life Sciences FHNW und des Institut Straumanns aus. So stellen die beteilig- ten Forschenden eine effektive interdisziplinäre Zusammenarbeit sicher. 41 SNIJahresbericht 2024
Jahresbericht 2024 - Swiss Nanoscience Institute Page 40 Page 42