Zukunft des Weinbaus im Fokus Abschlusstreffen von WiVitis und KliWiReSSE Der Klimawandel stellt den Weinbau in der Region vor grundlegende Fragen – kann zugleich aber auch Antrieb für Innovation und nachhal- tige Veränderungen sein. Beim Abschlusstreffen der trinationalen Inter- reg-Projekte WiVitis und KliWiReSSE kamen kürzlich Expert:innen der beteiligten Institutionen an der Universität Basel zusammen, um die Ergebnisse der Projekte zu präsentieren und über Möglichkeiten für einen nachhaltigen, wirtschaftlich erfolgreichen Weinbau am Oberrhein zu diskutieren. Das Nano Imaging Lab (NI Lab) des Swiss Nanoscience Institute (SNI) war aktiv am Projekt WiVitis beteiligt und Gastgeber dieses informativen und spannenden Anlasses. Der Klimawandel hat zahlreiche Auswir- kungen – auch auf den Weinbau am Ober- rhein: Steigende Temperaturen und ext- reme Wetterereignisse wie Spätfrost, Tro- ckenheit, Starkregen und erhöhte UV- Strahlung sind Stressfaktoren für die Rebpflanzen. Diese müssen aber nicht nur darauf reagieren, sondern sind zu- dem einem erhöhten Krankheitsdruck ausgesetzt. Daher sind Strategien gefragt, die hel- fen diese anstehenden Herausforderun- gen ökologisch und ökonomisch zu be- wältigen. Ein Beitrag kann der vermehrte Einsatz pilzwiderstandfähiger Rebsorten, sogenannter PIWIs, sein. Die WiVitis-Projektkoordinatorin Dr. Katja Herzog vom Julius Kühn-Institut in Siebeldingen (Deutschland) präsentierte zu Beginn des Abschlusstreffens For- schungsergebnisse, die eindeutig zeigten, dass die PIWIs im Vergleich mit einigen untersuchten traditionellen Sorten über- legen sind, was die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaveränderungen und Krankheitsdruck angeht. Gesunde Beerenhaut ist Indikator Ein wichtiger Faktor beim Schutz gegen- über Pilzinfektionen – wie die durch den Pilz Botrytis cinerea verursachte Grau- schimmelfäule – sind natürliche mecha- nisch-physikalische Schutzbarrieren. So spielt die Traubenarchitektur ebenso eine Rolle für die Infektionsanfälligkeit wie die Zusammensetzung und Struktur der Beerenhaut. «Eine lockere Traubenarchi- tektur minimiert das Risiko von Infekti- onen», erklärt Katja Herzog. «Und eine dicke Wachsschicht auf der Beerenhaut sorgt ebenfalls für weniger Infektionen. Ist dagegen die Wachsschicht zu dünn oder beschädigt, verursacht nicht abper- lendes Wasser Risse in der Beerenhaut – über die dann eine Infektion erfolgen kann.» Mithilfe standardisierter objektiver Mes- sungen haben die Forschenden über die letzten drei Jahre Beeren von verschiede- nen Standorten und bei unterschiedli- chen Umweltbedingungen analysiert. Sie haben dazu unter anderem die Trauben- architektur mittels 3D-Scanner und mit- Nano Technology Center Kryo-REM Aufnahmen der Beerenhaut von Pinot Noir nach Behandlung mit verschiede- nen Pflanzenschutzmitteln: unbehandelt, Kup- fer, Kupfer plus Armicarb®. (Fotos: Evi Bieler, NI Lab) Kupfer Unbehandelt Kupfer + Armicarb® 18 SNI INSight Juni 2026

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