Weitere Informationen: WiVitis KliWiReSSE Nano Imagin Lab Im Rahmen der Podiumsdiskussion erfuhren die Teilnehmenden spannende Details aus der Praxis im Umgang mit PIWI-Weinen. schen geschaffener Boden – haben gezeigt, dass Bak- terien beispielsweise das Wurzelwachstum stimulie- ren und damit natürlich auch einen grossen Einfluss auf die Klimaresistenz der Pflanzen besitzen», erklärt Peter Nick. Eindrückliche Podiumsdiskussion Dass ein gesunder Boden eine elementare Rolle für die Widerstandsfähigkeit der Reben spielt, wurde auch in der anschliessenden Podiumsdiskussion mit Holger Klein (Badischer Weinbauverband e.V.), Ro- land Lenz (Bioweingut Lenz AG) und Ernst Weinmann (Staatliches Weinbau Institut Freiburg) deutlich. Roland Lenz schilderte sehr anschaulich, wie er Böden von neu übernommenen Rebflächen mit nied- rigem Humusgehalt innerhalb von etwa acht Jahren drastisch verbessert: durch vielfältige Vegetation, Bedeckung, sanfte Bearbeitungsmethoden und dem ausschliesslichen Einsatz von PIWI-Rebsorten. Er er- zielt damit eine grosse mikrobielle Diversität und kann fast vollständig auf den Einsatz von Pestiziden verzichten. «Die Natur ist unser bester Mitarbeiter», erwähnt er im Gespräch. Im Gegensatz zu anderen Weinbaubetrieben baut er auf seinen Flächen nicht nur Reben an, sondern kombiniert diese mit ver- schiedenen Baum- und Getreidearten und renatu- rierten Flächen. Das erfolgreiche Konzept seines Demeter-Betriebs hat nicht nur einen positiven Ein- fluss auf die Vegetation – es führt zu vielfach ausge- zeichneten Weinen und besitzt eine soziale Kompo- nente. «Je diverser das System, desto gesünder die Menschen», fasst er sein Konzept zusammen. Nicht für jeden Betrieb sind derartige Umstel- lungen zurzeit möglich, wie Holger Klein bemerkt, der im Badischen Weinbauverband 400 Betriebe vertritt. Aber auch er sieht in der Zukunft gute Chan- cen für PIWI-Sorten – zum Beispiel auch in Form von alkoholfreien Weinen, die sich immer grösserer Beliebtheit erfreuen. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass wei- terhin erheblicher Aufklärungsbedarf besteht – ins- besondere, um auch bei den Endverbraucher:innen ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass der Weinbau am Oberrhein langfristig nur durch Anpassungen 20 SNI INSight Juni 2026

SNI Insight - Juni 2026 - Page 20 SNI Insight - Juni 2026 Page 19 Page 21